Fahrlässige Körperverletzung
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Fahrlässige Körperverletzung

Radfahrer und Autofahrer kurz vor dem Zusammenprall
Fahrlässige Körperverletzung

Fahrlässige Körperverletzung: Einmal kurz nicht aufgepasst, es knallt und schon ist es geschehen. Ein Verkehrsunfall kann ganz schnell verursacht werden und passiert auch dem erfahrensten Autofahrer. Die Folgen sind dabei vielseitig und reichen von Sachschäden bis hin zu erheblichen Personenschäden. Allein im Jahr 2014 ereigneten sich laut dem Statistischen Bundesamt in Deutschland rund 2,4 Millionen Straßenverkehrsunfälle, rund 300.000 davon mit Personenschaden. Diese Statistik zeigt, wie häufig also im Rahmen eines Verkehrsunfalls auch strafrechtlich gegen den Unfallverursacher wegen fahrlässiger Körperverletzung ermittelt werden kann.

Ein Fall aus der anwaltlichen Praxis zur fahrlässigen Körperverletzung

Michaela R.* befuhr die Berliner Schloßstraße in Steglitz und geriet in den Feierabend Stop-and-go-Verkehr als das Missgeschick passierte. Bei Schrittgeschwindigkeit fuhr sie auf das vorausfahrende Fahrzeug auf. Die Fahrerin des vorausfahrenden PKW gab nach dem Unfall an, Schmerzen im Nackenbereich zu haben. Die herbeigerufene Polizei nahm eine Unfallanzeige wegen fahrlässiger Körperverletzung auf. Die Geschädigte behielt sich vor, einen Strafantrag zu stellen. Die Unfallverursacherin Michaela R. ist nicht vorbestraft und hat auch keine Eintragungen (Punkte) im Flensburger Fahrerlaubnisregister (FAER).

Was ist fahrlässige Körperverletzung?

Die fahrlässige Körperverletzung ist ein Straftatbestand, der in § 229 Strafgesetzbuch (StGB)  normiert ist. Er setzt zunächst einmal eine Körperverletzung, das heißt, eine körperliche Misshandlung oder Gesundheitsschädigung voraus. Die unmittelbare körperliche Einwirkung muss dabei nicht immer erheblich sein. Darüber hinaus ist es nicht erforderlich, dass die Körperverletzung willentlich oder wissentlich hervorgerufen worden ist. Es genügt vielmehr fahrlässiges Handeln. Ein solches ist anzunehmen, wenn der Täter die im Verkehr erforderliche Sorgfalt außer Acht lässt.

Welche Strafen sind bei einer fahrlässigen Körperverletzung zu erwarten?

Das Gesetz sieht für ein solches Vergehen Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe vor. Außerdem ist gemäß § 44 I Strafgesetzbuch (StGB) die Verhängung eines Fahrverbots für die Dauer von einem Monat bis zu drei Monaten denkbar. Darüber hinaus werden im Falle eines Fahrverbots, bei einem Entzug der Fahrerlaubnis oder einer isolierten Sperre Punkte im Flensburger Fahrerlaubnisregister eingetragen. Es besteht jedoch auch die Möglichkeit, dass das Verfahren nach §§ 153 ff. Strafprozessordnung (StPO) eingestellt wird. Welche Folgen auf den Täter zukommen, hängt von den Umständen des Einzelfalls ab. Eine individuelle Beratung durch einen Fachanwalt ist daher ratsam.

Wann ist eine Einstellung des Verfahrens wegen fahrlässiger Körperverletzung denkbar?

Nach § 153 Strafprozessordnung (StPO) kann von der Strafverfolgung abgesehen werden. Dem Täter bleibt eine Verurteilung damit erspart. Es ist weder eine Geldstrafe erforderlich noch werden Punkte in das Flensburger Fahrerlaubnisregister eingetragen. Dies ist keine Seltenheit, sondern kann von Ihrem Anwalt erwirkt werden, wenn die Schuld des Täters als gering anzusehen ist und kein öffentliches Interesse an der Verfolgung besteht. Hilfreich ist es dabei, wenn der Täter noch nicht vorbestraft ist, keine Punkte in Flensburg vorzuweisen und sein Bedauern gegenüber der geschädigten Person ausgedrückt hat. Außerdem spielt die Schwere der Verletzung eine Rolle. Sowohl eine leichte Verletzung als auch ein geringer Verletzungserfolg wirken sich positiv aus und erhöhen mithin die Chance auf eine Einstellung des Verfahrens. Zudem ist es vorteilhaft, wenn die Versicherung schnell in die Regulierung eintritt und in der Vergangenheit nicht schon einmal ein Verfahren wegen fahrlässiger Körperverletzung eingestellt worden ist.

Was ist, wenn der Geschädigte keinen Strafantrag gestellt hat?

Dann kann trotzdem die Tat verfolgt werden. Nämlich, wenn die Staatsanwaltschaft ein besonderes öffentliches Interesse an der Strafverfolgung bejaht. Bei im Straßenverkehr begangenen Körperverletzungen besteht der Grundsatz, dass das besondere öffentliche Interesse an der Strafverfolgung stets oder in der Regel zu bejahen ist, nicht. Vielmehr hat gemäß Nr. 243 III RiStBV eine Ermessensentscheidung im Einzelfall stattzufinden. Das Maß der Pflichtwidrigkeit ist hierbei ausschlaggebend. Damit wird die Staatsanwaltschaft das besondere öffentliche Interesse regelmäßig annehmen, wenn der Täter vorbestraft ist, bei vorangegangenem Genuss von Alkohol oder anderen berauschenden Mitteln sowie bei erheblichen Tatfolgen für den Verletzten.

Was sollte ich bei der Suche nach einem Anwalt beachten, wenn gegen mich der Vorwurf der fahrlässigen Körperverletzung erhoben wurde?

Bei der Anwaltssuche können Sie auf verschiedene Aspekte achten. Ein Fachanwalt für Verkehrsrecht oder ein Fachanwalt für Strafrecht bietet eine optimale Verteidigung, da er auf diesem Rechtsgebiet spezialisiert ist und über ein umfangreiches Fachwissen verfügt. Gepaart mit einer langjährigen Berufserfahrung ist eine zielführende und effiziente Beratung gewährleistet.

Wer trägt die Anwaltskosten bei einem Verfahren wegen fahrlässiger Körperverletzung?

In der Regel trägt die Rechtsschutzversicherung die Rechtsanwaltskosten, Verwaltungs- und Gerichtskosten sowie die Auslagen.

*Der Name wurde geändert.

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