Urkundenfälschung
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Urkundenfälschung – Berliner Fachanwalt für Strafrecht

Urkundenfälschung:  Was nun?

Sabine T.* hatte bei ihrem Arbeitgeber ein Arbeitszeugnis beantragt, da sie sich anderweitig bewerben wollte. Über das Zeugnis war sie mehr als unzufrieden und sah ihre Bewerbungschancen dahinfliegen. Kurzerhand fertigte sie eine Kopie von ihrem Arbeitszeugnis an und ließ dabei lediglich den Briefkopf und die Unterschrift ihrer Vorgesetzten stehen. Handschriftlich verfasste sie schließlich selbst ein Arbeitszeugnis. Es war erkennbar, dass es sich nicht um ein Originalschreiben handelt. Sabine T. reichte das Schreiben bei der Bewerbung mit ein.

Wann mache ich mich wegen Urkundenfälschung strafbar?

Gesetzestext Urkundenfälschung
Urkundenfälschung im Strafgesetzbuch

„Wer zur Täuschung im Rechtsverkehr eine unechte Urkunde herstellt, eine echte Urkunde verfälscht oder eine unechte oder verfälschte Urkunde gebraucht, wird […] bestraft.“ So sieht es § 267 Absatz 1 Strafgesetzbuch (StGB) vor. Eine Urkunde ist eine verkörperte Gedankenerklärung, die zum Beweis im Rechtsverkehr geeignet und bestimmt ist und ihren Aussteller erkennen lässt. Anhand der Definition lässt sich die Reichweite dieses Begriffs erahnen. Zum Urkundensbegriff zählen nicht nur Dokumente, wie Zeugnisse oder Fahrkarten, sondern auch zusammengesetzte Urkunden wie Preisschild und Ware, Pkw und Nummernschild, usw.

Ist eine Fotokopie eine Urkunde und kommt eine Strafbarkeit wegen Urkundenfälschung in Betracht?

Grundsätzlich handelt es sich bei Kopien nicht um Urkunden im Sinne des Gesetzes, wenn sie nach außen als Reproduktion in Erscheinung treten. Im oben genannten Fall war erkennbar, dass es sich nicht um ein Originalschreiben handelt. Damit liegt keine Urkunde vor. Wenn die Fotokopie allerdings den Anschein eines Originals erwecket oder vom Aussteller als Original in den Rechtsverkehr eingebracht wird, ist sie als Urkunde zu klassifizieren und eine Strafbarkeit wegen Urkundenfälschung kommt in Betracht. Es kommt daher auf eine Einzelfallbetrachtung an.

Was ist der besonders schwere Fall der Urkundenfälschung?

§ 267 Absatz 3 Strafgesetzbuch (StGB) regelt den besonders schweren Fall der Urkundenfälschung. Wie der Name schon sagt, handelt es sich hierbei um erhöhtes Tatunrecht und wiegt daher besonders schwer. Dies ist zum Beispiel anzunehmen bei einer gewerbsmäßigen Urkundenfälschung oder beim Herbeiführen eines Vermögensverlusts großen Ausmaßes (50.000 Euro).

Welche Sanktionen drohen bei Urkundenfälschung?

Das Gesetz sieht eine Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder eine Geldstrafe vor. In einem besonders schweren Fall erhöht sich das Strafmaß der Freiheitsstrafe auf sechs Monate bis zu zehn Jahren. Die zu erwartende Höhe der Geldstrafe oder der Freiheitsstrafe hängt vom konkreten Einzelfall ab. Je nach Beweislage, Aussagen von Zeugen, dem Schweregrad der Straftat und dem Verhalten des Beschuldigten kann dies variieren. Hier kann ein Rechtsanwalt für Ihren Einzelfall eine Einschätzung geben und einen möglichen Ausgang des Verfahrens prognostizieren. Im besten Falle kann eine Verurteilung verhindert und das Strafverfahren eingestellt werden, § 170 Absatz 2 Strafprozessordnung (StPO), §§ 153 ff. Strafprozessordnung (StPO).

Wie kann mir ein Rechtsanwalt  bzw. eine Rechtsanwältin beim Vorwurf der Urkundenfälschung helfen?

Reich verziertes Eingangsportal des Kriminalgerichts in Berlin
Eingangsportal des Kriminalgerichts in Berlin

Zunächst ist das Fachwissen des Anwalts gewinnbringend. Gerade der Straftatbestand der Urkundenfälschung gilt als äußerst kompliziert. Besteht der Vorwurf der Urkundenfälschung, kann mit Hilfe eines Anwalts zunächst überprüft werden, ob eine Urkunde und die weiteren Tatbestandsmerkmale vorliegen. Ihr Anwalt fungiert als Rechtsbeistand. Er steht Ihnen während des Ermittlungs- und Strafverfahrens beratend zur Seite. Er beantragt Akteneinsicht und erarbeitet gemeinsam mit Ihnen eine Verteidigungsstrategie. Ihr Strafverteidiger wird Sie auf die nächsten Schritte vorbereiten und über mögliche Sanktionen und Folgen aufklären. Außerdem übernimmt ihr Verteidiger die Vertretung vor Gericht. Insgesamt sind die Erfolgschancen mit Unterstützung eines Anwalts erfahrungsgemäß höher.

Wie finde ich den passenden Rechtsanwalt bzw. Rechtsanwältin beim Vorwurf der Urkundenfälschung?

Urkundenfälschung ist eine Straftat. Empfehlenswert ist daher, einen Anwalt zu beauftragen, der auf dem Rechtsgebiet des Strafrechts seinen Tätigkeitsschwerpunkt hat. Ein Fachanwalt für Strafrecht zeichnet sich durch besondere theoretische Kenntnisse und praktische Erfahrungen auf dem Rechtsgebiet aus. Außerdem ist der Fachanwalt verpflichtet, sich jährlich fortzubilden. Diese Umstände sprechen für die Beauftragung eines Fachanwalts. Ratsam ist zudem, eine Kanzlei zu wählen, die Sie gut erreichen können. Dies spart Ihnen wiederrum Zeit. Wichtig ist aber vor allem, dass Sie ein gutes Gefühl haben. Schließlich soll zwischen dem Anwalt und dem Mandanten ein Vertrauensverhältnis bestehen.

 

Rechtsanwalt Gregor Samimi ist Fachanwalt für Strafrecht, Fachanwalt für Verkehrsrecht und Fachanwalt für Versicherungsrecht in 12203 Berlin Steglitz-Zehlendorf, Hortensienstaße 29, Telefon 030-8860303.

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