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Ab wann gilt es als Fahrerflucht – Hilfe vom Fachanwalt für Verkehrsrecht Gregor Samimi

Fahrerflucht: „Ab wann liegt eine Fahrerflucht vor?“

Wer nach einem Verkehrsunfall vom Unfallort entfernt, ohne die Feststellung seiner Personalien zu ermöglichen begeht dem Wortlaut des § 142 StGB nach Unfallflucht bzw. auch Fahrerflucht genannt. Dabei handelt es sich um eine Straftat, die erhebliche Konsequenzen nach sich ziehen kann. Doch ab wann genau macht man sich der der Fahrerflucht strafbar? Reicht ein kurzes Anecken an einem anderen Fahrzeug aus, um sich dem Vorwurf der Fahrerflucht auszusetzen? Viele Verkehrsteilnehmer sind der Überzeugung keine Straftat zu begehen, wenn lediglich ein kleiner Blechschaden entstanden ist. Hier erfahren Sie, wann von einer Fahrerflucht gesprochen werden muss und ab wann die Polizei verständigt werden muss.

Fahrerflucht: 10 Tipps vom Fachanwalt für Verkehrsrecht

  • Reicht nicht: Einen Zettel hinterlassen. Auch wer guten Willen zeigt macht sich damit der Fahrerflucht strafbar.

Ein typischer Fall aus der anwaltlichen Praxis: Plötzlich steht die Polizei vor der Tür und nimmt den Führerschein ab

Manuela B. hat es eilig, als sie am Freitagabend mit ihrem Wagen die Bergstraße in Berlin Steglitz befährt. Sie ist zum Essen verabredet und möchte nicht zu spät kommen. Als links in eine Seitenstraße abbiegt nimmt sie die Kurve etwas schwungvoll und gerät zu weit rechts auf die Fahrbahn. Bei einem der auf dem Seitensteifen geparkten Autos streift sie den Außenspiegel und verursacht so einen Unfall. Vor Schreck bremst sie etwa ab, gibt doch dann wieder Gas. Sie denkt sich, dass schon nichts weiter passiert sein wird und sie schließlich niemand gesehen hat.

Später am Abend klingt es bei Manuela an der Haustür: zwei Polizeibeamte stehen davor und befragen sie zum heutigen Abend. Zeugen konnten ihr Kennzeichen trotz der Kürze des Unfalls ablesen. Nun möchten die Beamten Manuelas Führerschein in Verwahrung nehmen. Auch der Schaden ist nicht nur ein Kratzer, wie Manuela dachte, sondern beläuft sich auf 1300 Euro.

Ab wann liegt eine Fahrerflucht vor?

Nach dem Wortlaut des § 142 Absatz 1 StGB macht sich der Fahrerflucht strafbar, wer sich als Unfallbeteiligter „nach einem Unfall im Straßenverkehr vom Unfallort entfernt, bevor er zugunsten der anderen Unfallbeteiligten und der Geschädigten die Feststellung seiner Person, seines Fahrzeugs und der Art seiner Beteiligung durch seine Anwesenheit und durch die Angabe, daß er an dem Unfall beteiligt ist, ermöglicht hat oder eine nach den Umständen angemessene Zeit gewartet hat, ohne daß jemand bereit war, die Feststellungen zu treffen“.

Wer dem Vorwurf der Fahrerflucht entgegen möchte muss also eine angemessene Zeit auf das Eintreffen des Unfallgegners waren (abhängig von Tag-und Nachtzeit) oder die Polizei verständigen. Entgegen einer weit verbreiteten Annahme macht sich ebenfalls strafbar, wer lediglich einen Zettel mit seinen Daten am geschädigten Fahrzeug hinterlässt. Durch Witterungsbedingungen, wie Regen, Schnee oder Wind besteht keine Garantie, dass der Geschädigte die Daten des Unfallverursachers erhält.

Wie lange muss ich an der Unfallstelle warten, um mich nicht dem Vorwurf der Fahrerflucht auszusetzen?

Auch eine Schramme kann zu Fahrerflucht führen
Ab wann liegt Fahrerflucht vor? Reicht bereits ein Parkrempler aus?

Das Gesetz spricht davon, dass ein Unfallbeteiligter eine angemessene Zeit an der Unfallstelle auf den Geschädigten warten muss. Genauer definiert wird allerdings nicht, wie lange genau eine angemessene Wartezeit sein muss. Dennoch gilt: auch an einer Unfallstelle in völliger Abgeschiedenheit sind Sie verpflichtet zu warten. Wie lange genau wird durch einige äußere Faktoren beeinflusst, wie etwa der Tageszeit, der Witterung, der Höhe des Sachschadens und der Verkehrsdichte. In der Regel wird man von Ihnen verlangen können, dass Sie 30 Minuten an der Unfallstelle warten.

Die Wartezeit kann verkürzt werden, in dem Sie die Polizei verständigen, damit diese Ihre Daten aufnimmt.

Was sollte ich tun, wenn ich vergeblich auf den Geschädigten gewartet habe?

Haben Sie eine angemessene Zeit auf den Inhaber des anderen Fahrzeuges oder eine andere feststellungsbereite Person gewartet dürfen Sie den Unfallort verlassen. Einen Zettel mit ihren Daten können sie sicherheitshalber hinterlassen. Allerdings sind Sie in jedem Fall dazu verpflichtet die Feststellung ihrer Personalien zu ermöglichen, indem Sie sich so schnell wie möglich bei der Polizei melden. Wird dies nicht getan erfüllen Sie dennoch den Tatbestand der Fahrerflucht.

Liegt Fahrerflucht auch dann vor, wenn lediglich ein kleiner Schaden, wie ein Parkrempler verursacht wurde?

Im Falle eines Bagatellschadens kann von keinem Unfall gesprochen werden, sodass auch keine Strafbarkeit wegen Fahrerflucht in Betracht kommt. Die Schadensgrenze für einen Bagatellschaden ist bei 50 Euro angesiedelt. Ansonsten gilt: Je höher der verursachte Schaden, desto länger müssen Sie am Unfallort auf den Geschädigten oder eine feststellungsbereite Person warten.

Auch wenn es immer wieder zu kleinen Zusammenstößen beim Ein- oder Ausparken aus engen Parklücken oder bei unübersichtlichen Verkehrssituationen kommen kann, sollten Autofahrer den Schaden nicht unterschätzen. Auch wenn nur ein Kratzer im Lack verursacht wurde ist die Bagatellgrenze schnell überschritten und der Fahrer sieht sich dem Vorwurf der Fahrerflucht ausgesetzt.

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Welche Strafen drohen beim Vorwurf der Fahrerflucht?

Die Strafen, die für eine Fahrerflucht drohen reichen von bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, bis hin zu einem Fahrverbot, der Entziehung der Fahrerlaubnis und Punkten.

Welche Bedeutung hat die Höhe des Schadens für das Strafmaß der Fahrerflucht?

Kleine Schäden werden oftmals unterschätzt.
Die Höhe des Schadens ist entscheidend für das Strafmaß.

Liegt der Schaden unter 600 Euro, wird das eingeleitete Strafverfahren häufig wegen geringer Schuld eingestellt, gegebenenfalls gegen Erteilung einer Geldauflage. Werden Sie verurteilt oder wird ein Strafbefehl erlassen, so müssen Sie bei einem unbedeutenden Schaden (bis zu 1.200 Euro) mit einer Geldstrafe und einem Fahrverbot von bis zu drei Monaten rechnen. Ist der Schaden höher, sollten Sie sich neben einer Geldstrafe darauf einstellen, mindestens sechs Monate ohne Führerschein zu sein. Ein Freiheitsentzug kann drohen, wenn bei dem Unfall Menschen zu Schaden gekommen oder sogar getötet worden sind.

Ab wann kann der Vorwurf der Fahrerflucht straffrei bleiben?

Damit man sich der Fahrerflucht strafbar machen kann muss man zunächst Kenntnis vom Unfall erlangt haben, da es sich bei der Fahrerflucht um ein Vorsatzdelikt handelt. Wurde ein anderes Fahrzeug während des Ausparkens nur leicht beschädigt und hat der Verursacher davon nichts bemerkt, liegt in diesem Fall keine Unfallflucht vor. Entscheidend ist dabei die äußere Wahrnehmbarkeit des Unfalls. Zu der Wahrnehmbarkeit von Unfällen lesen Sie genauer: Fahrerflucht – Ich habe nichts bemerkt.

Ab wann kann die Strafe für Fahrerflucht milder ausfallen?

Fahrerflucht ist kein Kavaliersdelikt.
Oftmals wird Fahrerflucht unterschätzt. Dennoch ist es eine Straftat.

Das Strafmaß kann milder ausfalle, wenn der Unfallverursacher eine Feststellung seiner Personalien im Nachhinein doch noch ermöglicht und sich bei der Polizei meldet. Eine Meldung bei der Polizei sollte nicht später, als innerhalb von 24 Stunden erfolgen. Diese Möglichkeit besteht allerdings nur bei einem Unfall außerhalb des fließenden Verkehrs und wenn kein bedeutender Schaden (über 1.200 Euro) verursacht wurde. Eine Milderung ist auch dann nicht möglich, wenn bei dem Unfall eine Person zu Schaden gekommen ist.

Ich werde der Fahrerflucht beschuldigt, aber habe wissentlich keinen Unfall verursacht. Was soll ich nun tun?

Viele Autofahrer bringen bei der Konfrontation mit dem Vorwurf der Fahrerflucht hervor, dass sie von einem Unfall nichts bemerkt haben und keine Fahrerflucht begangen haben. Bei einigen Fällen trifft das auch zu, da die Wahrnehmung durch äußere Einflüsse wie laute Musik oder starker Regen beeinträchtigt sein kann und so kleine Schrammen unbemerkt bleiben.

Weiterhin existiert eine regelrechte Betrugsmasche mit der Fahrerflucht: Unbeteiligte Autofahrer werden angezeigt ein anderes Fahrzeug beschädigt zu haben, gegen sie wird dann auch ein Strafverfahren wegen Fahrerflucht geführt. Problematisch dabei: meist zahlt die Versicherung schnell, ohne zu überprüfen, ob der Anspruch überhaupt besteht oder die Anschuldigungen nur fingiert sind.

Werden Sie der Fahrerflucht beschuldigt sollten Sie keine eigene Stellungnahme gegenüber der Polizei abgeben und stattdessen einen Fachanwalt für Verkehrsrecht mit Ihrem Anliegen beauftragen. Dieser kann Akteneinsicht beantragen und klären, was dem Betroffenen überhaupt vorgeworfen wird und welche Beweismittel es gibt.

Bei Fahrerflucht immer einen Anwalt für Verkehrsrecht hinzuziehen

Rechtsanwalt Gregor Samimi, Anwalt für Verkehrsrecht in Berlin Steglitz
Fachanwalt Gregor Samimi aus Berlin

Nach einem Unfall mit Fahrerflucht sollten Sie es nicht dem Zufall überlassen, wann und in welcher Höhe die gegnerische Versicherung in die Regulierung des Schadens eintritt. Sparen Sie Zeit, Geld und Nerven:
Gregor Samimi hilft Ihnen als Fachanwalt für Strafrecht, Fachanwalt für Verkehrsrecht und Fachanwalt für Versicherungsrecht aus Berlin gerne weiter.

Kontaktieren Sie uns dazu einfach über die Telefonnummer 030 8860303 oder füllen Sie direkt den Fragebogen zur Fahrerflucht aus:

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