Die Ausbildung zur/zum Rechtsanwalts- und Notarfachangestellten
Gregor Samimi wurde 2019 als Top-Anwalt im Verkehrsrecht ausgezeichnet.

Die Ausbildung zum Rechtsanwalts- und Notarfachangestellten* kombiniert zwei Berufsbilder zu einer harmonischen Gesamttätigkeit. Dadurch erschließt sich ein komplexes Handlungsfeld mit zahlreichen Beschäftigungsmöglichkeiten und Aufstiegsoptionen.

Doch was heißt das genau? Welche Aufgaben kommen auf den Auszubildenden zu und wie hoch ist das monatliche Gehalt?

 

Die Ausbildung zum Rechtsanwalts -und Notarfachangestellten – Steckbrief

Der Beruf im übersichtlichen Kurzporträt

  • Die Ausbildung zum Rechtsanwalts- und Notarfachangestellten ist ein anerkannter Ausbildungsberuf
  • Es handelt sich um eine duale Ausbildung (in der Schule und im Unternehmen)
  • Die reguläre Ausbildungszeit beträgt 3 Jahre. Ein verändertes Zeitmodell ist jedoch möglich bei:
    • Verkürzung aufgrund überdurchschnittlicher Leistungen
    • Verlängerung bei Nichtbestehen
    • Ausbildung in Teilzeit mit rechtfertigendem Grund (Beispiel: Der Auszubildende hat ein kleines Kind)

Die Berufe des Rechtsanwaltsfachangestellten und Notarfachangestellten im Vergleich

Gegenüberstellung der Unterschiede und berufsbezogenen Handlungen:

In der Anwaltskanzlei:

  • Mandantenbetreuung
  • Terminierung und Büroorganisation
  • Persönliche, schriftliche und telefonische Korrespondenz
  • Fertigung von Dokumenten wie zum Beispiel Unterlassungserklärungen und Klageschriften
  • Der Anwalt begutachtet Regelungen aus der Vergangenheit
  • Der Anwalt ist parteiisch
  • Ein häufiger Aufenthaltsort des Anwalts ist das Gericht (u. a. in den Räumlichkeiten der sogenannten ordentlichen Gerichtsbarkeit wie dem Amtsgericht).
  • Berührungspunkte mit dem Gesetz (z. B. StGB, BGB, RVG)
  • Weil mit dem neuen Jahr immer viele Zahlungsfristen verjähren, gibt es in der Zwangsvollstreckungsabteilung am Ende des Jahres viel zu tun

Im Notariat:

  • Mandantenbetreuung
  • Terminierung und Büroorganisation
  • Persönliche, schriftliche und telefonische Korrespondenz
  • Fertigung von Urkunden wie Testamenten, Kaufverträgen und Co.
  • Der Notar schafft zukünftige Regelungen
  • Der Notar ist objektiv
  • Der Notar stellt einen Bezug zu den unterschiedlichen Gerichten her (es gibt zum Beispiel eine Verbindung vom Grundstückskaufvertrag und dem Grundbuchamt beim Amtsgericht und eine Verknüpfung vom Erbvertrag und dem Nachlassgericht, welches ebenfalls eine Abteilung des Amtsgerichts ist), setzt sich dort aber für gewöhnlich nicht persönlich ein. In der Regel genügt der schriftliche Kontakt.
  • Berührungspunkte mit dem Gesetz (z. B. BGB, BNotO, GNotKG)
  • Weil es im neuen Jahr häufig zu relevanten Gesetzesänderungen kommt, gibt es im Notariat am Ende des Jahres viel zu tun

Die Ausbildung: Der Praxisteil

Das Handlungsfeld eines Rechtsanwalts- und Notarfachangestellten ist sehr komplex. Während der Lehrjahre kann sich der Auszubildende nicht auf einen Bereich spezialisieren, sondern durchläuft alle Aufgabenbereiche, die es auf seiner Tätigkeitsebene gibt. Sein Leistungsspektrum ist deshalb vergleichsweise groß.

Beispielhafte Tätigkeit:

  • Korrespondenz mit dem in die Rechtssache involvierten Personenkreis (persönlich, schriftlich oder am Telefon)
  • Berechnung der anwaltlichen/notariellen Gebühren inklusive Kontrolle des Geldeingangs und Verbuchung im System
  • Schriftstücke zusammensuchen, verwalten und verwahren, weiterleiten und selbst erstellen (Beispiel: Klageschriften, Urkunden, behördlicher Schriftverkehr)
  • Die rechtliche Vertretung bei notariellen Beurkundungsgeschäften sein
  • Mit der Mandantschaft interagieren (in Empfang nehmen, Unterlagen einfordern und entgegennehmen, Abläufe erklären)
  • Termine vereinbaren und Fristabläufe notieren/organisieren
  • Einleitung des Mahnverfahrens bei rückständigen, monetären Forderungen

Der Auszubildende arbeitet also Hand in Hand mit dem Anwalt/Notar zusammen, indem er alle Hintergrundaktivitäten ausführt und koordiniert, ohne die der Anwalt/Notar sein Amt nicht ausführen kann.

Die Ausbildung: Die Theorie

Die Ausbildung zur Rechtsanwalts- und Notarfachangestellten ist eine duale Ausbildung. Das bedeutet, dass der Standort für das praktische und theoretische Lernen auseinander läuft. Die Handfertigkeiten lernst du im Unternehmen, dem Notariat oder der Kanzlei, die theoretischen Hintergründe erfährst du im Berufskolleg (etwa hälftige Teilung, also zwei bis drei Schultage wöchentlich und die gleiche Stundenzahl im Büro).
Zu den Mitschülern besteht also nur in Hinblick auf den schulischen Teil eine direkte Vergleichbarkeit, weil der Ausbilder die praktischen Inhalte im Ablauf selbst bestimmen kann.

Die schulischen Inhalte umfassen zum Beispiel:

  • Die funktionale Beteiligung einzelner Akteure am deutschen Rechtssystem
  • Den Umgang mit Akten, die Fristenberechnung und Büroorganisation
  • Hintergrundwissen zur Arbeitsplatzgestaltung bezüglich der Ergonomie
  • Einblicke in Rechtsgebiete und Gesetzestexte wie das Bürgerliche Gesetzbuch, das Strafgesetzbuch und das Jugendschutzgesetz
  • Das gerichtliche Mahnverfahren und die Möglichkeiten bezüglich der Zwangsvollstreckung und Pfändbarkeit
  • Die Rechnungserstellung und den kalkulatorischen Zusammenhang
  • Die Unternehmens- und Wirtschaftsstruktur
  • Wichtige Arbeiten am und den Umgang mit dem PC
  • Lerninhalte von allgemeiner Relevanz (Beispiel: Englisch und Sport)

Je nach Klassendichte und Schulsystem lernen die angehenden Rechtsanwalts- und Notarfachangestellten mit den Rechtsanwaltsfachangstellten getrennt oder zusammen. Beim gemeinsamen Unterricht kommen für die Rechtsanwalts- und Notarfachangestellten ab einem bestimmten Zeitpunkt additive Lerninhalte hinzu, die nur an die betroffenen Schüler gerichtet sind.

Im Rahmen der zusätzlichen Unterrichtseinheiten lernst du:

  • Unter anderem vertiefende Inhalte zum Familien-, Erb-, Handels- und Gesellschaftsrecht
  • Notarielle Rechtsgeschäfte im Zusammenhang mit der Urkundengestaltung und dem Verfahrensverlauf
  • Die Zusammensetzung des notariellen Honorars

Die exakten Lehrvorgaben entnimmst du dem Rahmenplan (online abrufbar). Anzumerken ist noch, dass dieser durch Anpassung an Modernisierungsprozesse und gesetzliche Veränderungen inhaltlich über die Jahre variiert.

Hinweis: Ein freiwilliges Auslandspraktikum kann Teil der Ausbildung sein.

Um die Abschlussprüfung absolvieren zu können, musst du die schriftliche Zwischenprüfung im zweiten Lehrjahr bestehen. Außerdem sind die ausgeübten Tätigkeiten während der gesamten Ausbildung in sogenannten Berichtsheften zu notieren.

Die Fachangestelltenprüfung ist mehrgeteilt und enthält sowohl einen mündlichen (für gewöhnlich findet die Prüfung in Kleingruppen statt) als auch einen schriftlichen Part. Alle Prüfungsbereiche fließen anteilig in die Abschlussnote ein. Prüflinge, die nicht mindestens mit einer vier bestehen, bekommen einen mündlichen Zweitversuch.

Die genauen Prüfungsinhalte ergeben sich aus den §§ 6 – 9 des Ausbildungsrahmenplans (online einsehbar). Aus dieser gehen zum Beispiel die Prüfungsbereiche für den Ausbildungsberuf des Rechtsanwaltsfachangestellten hervor:

  • Geschäfts- und Leistungsprozesse
  • Mandantenbetreuung
  • Rechtsanwendung im Rechtsanwaltsbereich
  • Vergütung und Kosten
  • Wirtschafts- und Sozialkunde

Wirtschafts- und Sozialkunde fließt lediglich mit 10 %, Rechtsanwendung im Rechtsanwaltsbereich, Vergütung und Kosten mit je 30 % in das Gesamtergebnis ein. Die anderen zwei Teilbereiche zählen mit jeweils 15 %.

Die Prüfungsbereiche für den Notarfachangestellten sind:

  • Geschäfts- und Leistungsprozesse
  • Beteiligtenbetreuung
  • Rechtsanwendung im Notarbereich
  • Kosten
  • Wirtschafts- und Sozialkunde.

Wirtschafts- und Sozialkunde fließt lediglich mit 10 %, Rechtsanwendung im Notarbereich sowie Kosten mit je 30 % in das Gesamtergebnis ein. Die anderen zwei Teilbereiche zählen mit jeweils 15 %.

Die Prüfungsbereiche für den Rechtsanwalts- und Notarfachangestellten gliedern sich folgendermaßen auf:

  • Geschäfts- und Leistungsprozesse
  • Mandanten- und Beteiligtenbetreuung
  • Rechtsanwendung im Rechtsanwalts- und Notarbereich
  • Vergütung und Kosten
  • Wirtschafts- und Sozialkunde.

Wirtschafts- und Sozialkunde fließt lediglich mit 10 %, Rechtsanwendung im Rechtsanwalts- und Notarbereich sowie Kosten mit je 30 % in das Gesamtergebnis ein. Die anderen zwei Teilbereiche zählen mit jeweils 15 %.

Die inhaltlichen Anforderungen werden ebenfalls im Ausbildungsrahmenplan erwähnt.

Notwenige Vorkenntnisse und Voraussetzungen

Die Ausbildung zum Rechtsanwalts- und Notarfachangestellten hängt nicht direkt von der schulischen Vorgeschichte ab. Auch mit Hauptschulabschluss steht dir dieser Bildungsweg also frei (statistisch gesehen ist die Wahrscheinlichkeit dieser Berufswahl/einer Einstellung aber gering).
Ein indirekter Zusammenhang zwischen dem schulischen Werdegang und der Ausbildung besteht aber schon. So können gravierende Wissenslücken aus Sicht des Arbeitgebers ein Ausschlusskriterium und bestimmte Kenntnisse von Vorteil sein.

Diese Fertigkeiten sind förderlich:

  • Fehlerfreier Sprachgebrauch in Schrift und Wort. Für die Arbeit in einer Kanzlei mit Auslandsbezug solltest du dir auch der englischen Sprache sicher sein.
  • Arbeit mit Weitsicht und Spaß an planerischer Tätigkeit. Hohe Stresstoleranz trotz durchgetakteter Tagesstruktur.
  • Diskreter Umgang mit privaten Informationen.
  • Gegenüber dem Mandanten sollte die Ausdrucksweise stets respektvoll sein.
  • Verständnis digitalisierter Prozesse und diesbezügliches Handlungsgeschick (Korrespondenz und Verwaltungsaufgaben verlagern sich zusehends auf den digitalisierten Off- bzw. Onlinebereich).
  • Zumindest ein grobes Verständnis wirtschaftlicher Zusammenhänge und ein durchschnittlicher Kenntnisstand in Mathematik (mindestens Prozentrechnung und Multiplikation).

Gesundheitliche Voraussetzungen bestehen kaum. In einer barrierefreien Räumlichkeit kannst du die Büroarbeiten auch mit Gehhilfe oder aus dem Rollstuhl heraus erledigen. Moderne Schreibtische sind individuell anpassbar, sodass es auch in dieser Hinsicht keine Probleme gibt.

Je nachdem, wie das Büro ausgestattet ist, können die Computereinstellungen so verändert werden, dass die Technik auch von einem Mitarbeiter mit Sehschwäche zu bedienen ist.
Inwieweit körperliche Beeinträchtigungen in den Arbeitsalltag integriert werden können, ist unter anderem eine Frage der Unternehmensstruktur. Während du in kleinen Unternehmen häufig mehrere Dinge parallel erledigen und zwischen den Aufgaben springen musst, kannst du dich in einem Großunternehmen schwerpunktmäßig auf den Tätigkeitsbereich fokussieren, der am besten zu deiner Körperkondition passt.

Das Ausbildungs- und Berufsgehalt

Diese Faktoren wirken sich auf die Gehaltshöhe aus:

  • die Regelungen des § 17 BBiG
  • die Sittenwidrigkeitsuntergrenze des § 138 BGB
  • Tarifregelungen als Bindeglied zwischen § 17 BBiG und § 138 BGB (durch hohe Tariflöhne kann der in § 17 BBiG geregelte Mindestlohn sittenwidrig sein)

§ 17 BBiG schreibt eine angemessene Vergütung vor. Weil sich diese an dem Lebensalter des Auszubildenden orientiert, werden jährliche Gehaltssprünge praktiziert. Darüber hinaus setzt das BBiG in seiner neusten Fassung für Ausbildungsverträge ab dem 01.01.2020 eine konkrete Mindestvergütung fest. Laut dem Gesetzestext orientiert sich die Gehaltsstaffelung an dem Ausbildungsbeginn.

Beispiel:

Fällt der Ausbildungsbeginn in das Jahr 2021, beträgt das Bruttogehalt:

  1. im ersten Ausbildungsjahr 550 Euro
  2. im zweiten Lehrjahr 607,70 Euro
  3. im dritten Ausbildungsjahr 695,25 Euro.

Fällt der Ausbildungsbeginn in das Jahr 2022, beträgt das Bruttogehalt:

  1. im ersten Ausbildungsjahr 585 Euro
  2. im zweiten Lehrjahr 690,30 Euro
  3. im dritten Ausbildungsjahr 789,75 Euro.

Weil das Gesetz nur den Mindestrahmen definiert, berechnet sich die Ausbildungsvergütung also nicht pauschal, sondern fällt je nach Unternehmen unterschiedlich aus. Die Vergütung kann also auch höher sein, als gesetzlich definiert. Einige Arbeitgeber zahlen außerdem im Sommer Urlaubs- und im Winter Weihnachtsgeld. Im Schnitt zahlen viele Arbeitgeber pro Jahr dadurch ein komplettes Monatsgehalt mehr.

Tipp: Viele Unternehmen weisen das Ausbildungsgehalt nicht explizit aus. Wenn du direkt danach fragst, wirkst du möglicherweise zu sehr auf das Finanzielle fokussiert. Weil du das Gehalt aber kennen musst, um deinen Lebensunterhalt zu kalkulieren, ist die Frage danach trotzdem erlaubt. Achte aber darauf, wie du die Frage formulierst und dass sie weder die erste noch die einzig gestellte Frage ist.

Als ausgelernte Fachkraft steigt das Gehalt an. § 1 MiLoG legt die Untergrenze fest während die Höchstgrenze variiert. Einstiegsgehälter fangen etwa bei 1.700 bis 1.800 Euro brutto an. Einige Arbeitgeber zahlen aber auch 2.000 Euro und mehr.

Für gewöhnlich steht das Gehalt in Abhängigkeit zum Können und der Dauer der Betriebszugehörigkeit. Je mehr Wissen du erwirbst, desto größer ist also die Chance auf ein überdurchschnittliches Gehalt.

Aufstiegschancen und Möglichkeiten der beruflichen Veränderung

Weil sich die Auszubildenden durch den weitreichenden Erwerb von Fachkenntnissen für unterschiedliche Berufe qualifizieren, stehen ihnen zahlreiche Wechsel- und Aufstiegsmöglichkeiten frei.

Verwandte Berufsfelder:

  • Jus­tiz­fach­an­ge­stell­te
  • Pa­tent­an­walts­fach­an­ge­stell­te
  • Steu­er­fach­an­ge­stell­te
  • Ver­wal­tungs­fach­an­ge­stell­te
  • Bürokauffrau
  • Bilanzbuchhalterin
  • Kauffrau für Büromanagement

Potenzielle Arbeitsorte:

  • (Rechtsschutz-) Versicherung
  • Wirtschaftsprüfungsunternehmen
  • Anwalts-/Notarkammer
  • Stadtverwaltung
  • Inkassounternehmen
  • Mahnabteilung von Verkaufsunternehmen
  • Bank
  • Kanzlei
  • Notariat
  • Gericht

Weiterbildungsmöglichkeiten:

  • Spezialisierung durch Lehrgänge und Schulungen
  • Innerbetrieblicher Aufstieg, zum Beispiel zum Bürovorsteher
  • Notarfachwirt
  • Rechtsfachwirt
  • Gerichtsvollzieher

Fazit: Durch die Ausbildung zum Rechtsanwalts- und Notarfachangestellten erschließen sich jene Beschäftigungsfelder, in denen der Angestellte organisatorische und kaufmännische Fertigkeiten braucht. Diese Beschreibung passt auf so gut wie alle Unternehmen (sie haben einen Kundenstamm, müssen den Geldfluss beobachten und koordinieren und arbeiten digitalisiert beziehungsweise mit Akten und Papier). Die Ausbildung zum Rechtsanwalts- und Notarfachangestellten ist demnach eine lohnenswerte Zukunftsinvestition.

Die Bewerbung

Für Schüler ist die Ausbildung der erste Schritt in den Beruf. Sie haben noch nicht viel Erfahrung im Bewerbungsverfahren. Damit das Gegenüber diese Unsicherheit nicht bemerkt, haben wir einen Bewerbungsleitfaden zusammengestellt. An diesem darfst du dich gerne orientieren, vollständig übernehmen solltest du ihn jedoch nicht.

Das Anschreiben ist nichts anderes als ein offizieller Brief, indem du dem jeweiligen Anwalt/Notar ein wenig von dir erzählst.
Der Inhalt beschränkt sich auf ausbildungsrelevante Informationen:

  • Knappe Vorstellung der eigenen Person
  • Begründung der Geeignetheit für den Beruf
  • Darstellung des Interesses am Beruf des Rechtsanwalts- und Notarfachangestellten
  • Darstellung des Interesses an dem entsprechenden Unternehmen
  • Starker Schlusssatz als Türöffner für das Vorstellungsgespräch

Bewerbungsvorlage:

Briefkopf: Absender (rechtsbündig), Empfänger (linksbündig), Datum (rechtsbündig)

Betreff: Bewerbung für eine Ausbildung zum Rechtsanwalts- und Notarfachangestellten

Sehr geehrter Herr XY,

auf der Jobmesse in Buxtehude hatte ich ein interessantes Gespräch mit Ihrem Team. Mit diesem Schreiben knüpfe ich an die dortige Unterhaltung an und bewerbe mich ab August 20XX in Ihrem Unternehmen.

Der Beruf des Rechtsanwalts- und Notarfachangestellten fasziniert mich sehr, weil er viele Handlungsfelder miteinander vereint. Ich freue mich auf den abwechslungsreichen Kundenkontakt, setze mich gerne mit Dokumenten auseinander und mag es, Arbeitsabläufe zu organisieren.

Derzeit besuche ich die 10. Klasse der Gesamtschule Buxtehude-Nord, die ich im kommenden Sommer aller Voraussicht nach mit einem guten Abschluss verlassen kann. Meine leistungsstärksten Fächer sind Englisch und Deutsch. Ich freue mich darauf, dass ich meine erworbenen Kenntnisse in Ihrem international verzweigten Unternehmen anwenden kann. In einem Wochenendkurs an der Volksschule Buxtehude hatte ich außerdem Gelegenheit dazu, das Formatieren von Texten zu erlernen. Auch diese Fähigkeit könnte bei Ihnen gut zum Einsatz kommen.

Ihr Unternehmen sticht aufgrund seines Facettenreichtums unter den anderen hervor. Sie setzen sich sowohl für zivilrechtliche als auch für strafrechtliche Angelegenheiten ein. Ich bin gespannt darauf, Einblicke in beide Abteilungen zu erlangen und den verantwortungsvollen Umgang mit der Thematik und die diesbezüglichen Handlungsschritte zu erlernen.

Gerne überzeuge ich Sie in einem Vorstellungsgespräch von meinen Ambitionen.

Mit freundlichen Grüßen

Name Nachname

Anlagen

Der Bewerbungsaufbau

Anordnung der Dokumente:

  1. Deckblatt (freiwillig) mit Foto
  2. Bewerbungsanschreiben
  3. Tabellarischer Lebenslauf mit Foto (du entscheidest selbst, ob du ein Foto anfügen willst und ob es auf das Deckblatt oder auf den Lebenslauf kommt)
  4. Das aktuellste Zeugnis
  5. Zertifikate in chronologischer Reihenfolge

Hinweis: Dieses Bewerbungsmuster orientiert sich an dem Bewerbungsverfahren per Post. Je nach Vorgabe des Unternehmens fallen die Bewerbungsprozesse oft aber ganz unterschiedlich aus. Einige stellen online ein einheitliches Formular bereit, das von dir ausgefüllt werden muss, andere fordern die Unterlagen statt auf dem Postwege digital per Mail. Weitere Möglichkeiten sind die Bewerbung im persönlichen oder telefonischen Gespräch, per Video oder mittels App.

Ergänzende Hinweise

Allgemeine Bewerbungstipps:

  • Erstelle das Anschreiben gemäß der DIN 5008. Sie gibt die Formatierung (Beispiel: Seitenränder, Zeilenabstände) vor.
  • Hole Erkundigungen über den richtigen Ansprechpartner ein („Sehr geehrter Herr XY“ statt „Sehr geehrte Damen und Herren“). Anschrift und Anrede im Bewerbungsschreiben sollten diesbezüglich identisch sein.
  • Sieh dir den Onlineauftritt des Unternehmens an und nimm in der Bewerbung Bezug darauf. Was zeichnet das Unternehmen aus? Was gefällt dir daran so gut?
  • Berücksichtige die Bewerbungsfrist (bis zu einem Jahr vor Ausbildungsbeginn).
  • Füge die notwendigen Anlagen bei: Anti-/chronologischer Lebenslauf mit oder ohne Bild, das letzte Schulzeugnis, relevante Zertifikate und Arbeitszeugnisse. Die Anlagen werden im Zusammenhang mit der Ausbildung gewählt. Belege nur jene Leistungen, für die sich der Arbeitgeber interessiert. Das Abschlusszeugnis reichst du im Zweifel einfach nach. Das Original bleibt jeweils bei dir, du verschickst die Anlagen nur in einfacher Kopie.

Passende Stellenausschreibungen findest du hier:

  • Auf der Homepage der Rechtsanwalts- bzw. Notarkammer
  • Auf der Homepage des Unternehmens
  • Auf Berufsmessen
  • In Onlineportalen
  • In Zeitungen
  • Initiativ

* Die genderbezogene Schreibweise dient der schriftlichen Vereinfachung, gemeint ist aber immer m/w/d.

Autor/in des Artikels: Ana Benus
Dieser Artikel wurde herausgegeben von Gregor Samimi.
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