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Überschwemmung auf dem Grundstück.

Überschwemmungsschaden – Hilfe vom Fachanwalt für Versicherungsrecht Gregor Samimi

Überschwemmungsschaden: Was tun, wenn die Versicherung nicht zahlt?

Dauerregen, schwere Gewittergüsse und Unwetter können Schäden am Haus und Grundstück verursachen. Kommt es in Folge starker Niederschläge zu Überschwemmungen sind die Schäden an Gebäude und Grundstück meist nicht unerheblich. Immer wieder kommt es, vor allem im Hochsommer zu Unwettern mit Starkregen. Ein Anstieg der abgeschlossenen Elementarversicherungen für Überschwemmungs- und Rückstaurisiko ist in den letzten Jahren zu verzeichnen.

Doch welche Versicherung kommt in einem solchem Schadensfall auf und was ist zu tun, wenn die Versicherung die Regulierung der Unwetterschäden und daraus folgender Überschwemmung ablehnt? Welche Schäden werden durch eine Versicherung überhaupt abgedeckt?

Schäden durch Starkregen: Welche Versicherung muss zahlen?

Eine Wohngebäudeversicherung deckt grundsätzlich Sturm-, Leitungswasser- und Hagelschäden ab. Folgeschäden, wie Eindringen von Regenwasser durch ein abgedecktes Dach sind dabei meist mitversichert. Anders verhält es sich mit Überschwemmungen oder Rückstau in Folge von Starkregen. Für diese Versicherungsfälle kann die Gebäudeversicherung um eine sogenannte Elementarversicherung erweitert werden.

Elementarrisiken von Überschwemmungen oder Rückstau müssen durch besondere Zusatzvereinbarungen in den Versicherungsvertrag aufgenommen werden. In den meisten Regionen Deutschland ist dies unproblematisch. In der Regel wird nur in den von Hochwasser betroffenen Gebieten die Versicherung den Abschluss einer Elementarversicherung im Einzelfall überprüfen.

Wird das KFZ in Folge einer Überschwemmung, Hagel oder durch Starkregen beschädigt kommt die Voll- bzw. die Teilkaskoversicherung dafür auf.

Für welche Schadenspositionen kommt die Versicherung auf?

Wurde das Haus oder Nebengebäude (Schuppen, Garage) oder das Grundstück durch eine Überschwemmung beschädigt oder zerstört kommt die Elementarversicherung zusammen Gebäudeversicherung für Reparatur oder Sanierung auf. Dazu gehört meist die Trockenlegung des Gebäudes bzw. des Grundstücks.

Wurde das Haus durch die Wassermassen komplett zerstört sind auch die Kosten für den Abriss und den Neubau eines gleichwertigen Hauses umfasst. Ist das Haus zeitweise aufgrund der Überschwemmung nicht bewohnbar kommt die Versicherung auch für die entstehenden Kosten während der Instandsetzung auf.

Wann liegt eine versicherungsrechtlich relevante Überschwemmung vor?

Überschwemmung auf dem Grundstück.
Auch Elementarversicherungen weigern sich immer wieder die Schäden zu übernehmen.

Ein Streitfall in der Praxis betrifft meist die Frage, ob eine versicherte Überschwemmung überhaupt vorliegt. Eine Überschwemmung im versicherungsrechtlichen Sinne setzt voraus, dass es zu einer Überflutung von Grund und Boden (bzw. des Versicherungsgrundstückes) mit erheblichen Mengen von Oberflächenwasser gekommen ist.

Die Ursache der Überschwemmung muss dabei die Ausuferung eins oderirdischen Gewässers (stehend oder fließend) oder durch Witterungsniederschläge eingetreten sein. Auch der Austritt von Grundwasser ist mit umfasst, wenn die Ursache dafür ebenfalls in der Ausuferung eines Gewässers oder in starken Niederschlägen liegt. Mitunter kann ein Wettergutachten Auskunft über den Umfang der Niederschläge zum relevanten Zeitpunkt geben.

Ob eine Überschwemmung bei dem Versicherungsnehmer vorliegt ist immer von Einzelfall abhängig. Für die Gesamtbewertung des Einzelfalls entscheidend sind folgende Faktoren:

  • Umfang der Wassermengen
  • Grundstücksgröße und Lage des Grundstücks
  • Dauer des Verbleib des Wassers an der Geländeoberfläche

Eine Überschwemmung ist nicht anzunehmen, wenn das Wasser zu keinem Zeitpunkt auf der Oberfläche des Grundstücks stand oder sich lediglich Pfützen gebildet haben. Irrelevant ist hingegen das Ausmaß des Schadens, da auch ein geringfügiger Schaden einen Versicherungsfall darstellt.

Für einen Überschwemmungsschaden ist es nicht erforderlich, dass das gesamte Versicherungsgrundstück von der Überflutung betroffen ist. Berücksichtigt werden muss der Ort, an dem sich die Wassermengen angesammelt haben.

Es muss zu einer Überflutung von Grund und Boden gekommen sein. Kein Versicherungsfall stellt beispielsweise Ansammlung von Wasser auf der Kellertreppe oder der Terrasse dar. Auch das Ablaufen des Wassers über einen unebenen Teil des Grundstücks (z.B. kleine Wasserläufe) reicht nicht aus, wenn das Wasser nie flächendeckend auf der Oberfläche stand.

Was ist Rückstau?

Ein Schaden durch Rückstau kann entstehen, wenn die Kanalisation die Wassermassen (z.B. aufgrund von Starkregen) nicht abtransportieren kann und so Wasser durch Ableitungsrohre in das Gebäude eindringt. Die Ursachen für Rückstau sind dieselben, wie für eine Überschwemmung: meist steht der Rückstau im Zusammenhang mit der Ausuferung eines Gewässers oder mit Witterungsniederschlägen.

Der durch en Rückstau entstandene Schaden am Gebäude auf. Bei Ergänzung der Hausratsversicherung um Elementarschäden werden auch die Einrichtungsgegenstände ersetzt, die durch den Rückstau in Mitleidenschaft geraten sind.

Was tun im Schadensfall?

Überschwemmung nach einem Unwetter mit Starkregen.
Im Schadensfall müssen alle Schäden für die Versicherung dokumentiert werden.

Eingedrungenes Wasser sollte im Fall einer Überschwemmung oder eines Rückstaus so schnell wie möglich beseitigt werden (z.B. Abpumpen). Nach einem Versicherungsschaden infolge einer Überschwemmung ist es erforderlich, das Ausmaß der Schäden so schnell wie möglich zu dokumentieren. Auch sollte der Wasserstand festgehalten werden.

Die Versicherung sollte schnellstmöglich über die entstandenen Schäden in Kenntnis gesetzt werden, bevor mit der Sanierung, Reparatur oder den Aufräumarbeiten begonnen wird. Mitunter wird ein Sachverständiger sich den Schaden vor Ort anschauen, bevor es zu einer Regulierung der Kosten kommt. Die Versicherung darf sich bei der Regulierung des Schadens jedoch nicht so viel Zeit lassen, wie sie will. Vielmehr kann eine Zahlung spätestens einen Monat nach Einreichung aller erforderlichen Unterlagen erwartet werden.

Wie verhalte ich mich, wenn die Versicherung nicht zahlt?

Immer wieder kommt es vor, dass die Versicherung die Regulierung eines Überschwemmungsschadens ablehnt. Das ärgert Betroffene meistens sehr, da sie extra für diesen Fall eine zusätzliche Elementarversicherung abgeschlossen haben.

In diesem Fall sollten sie umgehend einen Fachanwalt für Versicherungsrecht zu Rate ziehen. Dieser wird sich mit der Versicherung auseinander setzen und sie zur Regulierung des gesamten Schadens auffordern. Verweigert der Versicherer die Erstattung des Versicherungsschadens, kann der Versicherungsnehmer Klage erheben. Die Kosten für die anwaltliche Vertretung werden in der Regel von der Rechtsschutzversicherung übernommen.

Was tun, wenn die Versicherung das Vertragsverhältnis kündigt?

Nach einem Schadensfall kommt es häufig vor, dass die Elementarversicherung das Vertragsverhältnis zum Versicherten kündigen. Zwar muss auch in diesem Fall der bereits entstandene Überschwemmungsschaden übernommen werden, für künftige Schadensereignisse besteht jedoch kein Schutz mehr. Problematisch ist in diesem Zusammenhang auch der Abschluss einer neuen Versicherung, da der Beitrag meist erheblich steigt. Mitunter kann es ratsam sein die Versicherung selbst zu kündigen. Dies sollte jedoch abgewogen werden, da insbesondere ältere Policen meist nicht gleichwertig ersetzt werden können.

Rechtsprechung: Überschwämmungsschaden als Versicherungsfall?

  • Hochwasser innerhalb Flussbett keine Überschwemmung im Sinne von Elementarschadensversicherung – OLG Frankfurt, Urt. vom 01.11.2017 (7 U 53/16)
    „Im Einklang hiermit hat das Oberlandesgericht Bamberg (a.a.O.) daher zutreffend entschieden, dass ein unter die Elementarschadendeckung fallender Versicherungsfall wegen Überschwemmung nicht bereits dann vorliegt, wenn eine Uferbefestigungsmauer allein durch die starke Strömung im Bachbett zum Einsturz gebracht worden ist, da Hochwasser innerhalb des Bettes eines oberirdisch fließenden Gewässer keine Überschwemmung und die infolge eines solchen Hochwassers oder seiner Folgen (wie etwa Strömungsstärke) ausgelöste Beschädigung kein „unmittelbar durch Überschwemmung“ ausgelöster Schadensfall ist“
  • Die Wohngebäudeversicherung deckt auch dann Überschwemmungsschäden ab, wenn das Wasser nicht oberirdisch in das Gebäude eindringt – BGH Urteil vom 20.04. 2005 (IV ZR 252/03)
    Aus dem Sinn und Zweck der Erweiterung des Versicherungsschutzes auf Elementarschäden und der Abgrenzung zu „Schäden durch Grundwasser“, die – soweit nicht anders vereinbart – gemäß Ziffer 6.2.2 VGB vom Versicherungsschutz ausgeschlossen seien, folge, daß zwischen der Beschädigung des Gebäudes und der Überschwemmung des Grundstücks ein unmittelbarer Zusammenhang bestehenmüsse. Anderenfalls ergebe sich für den Versicherer ein unkalkulierbares Risiko, da  fast jede Veränderung des Oberflächenwassers Auswirkungen auf das Grundwasser habe und damit fast jeder durch erhöhtes Grundwasser verursachte Schaden gleichzeitig als bedingungsgemäßer Überschwemmungsschaden angesehen werden müßte. Zudem könnten Zufälligkeiten des jeweiligen Grundstückzuschnitts nicht für den Versicherungsfall „Überschwemmung“ maßgeblich sein.“
  • Wohngebäudeversicherungsvertrag: Niederschlagswasser in einem Lichtschacht als Überschwemmung; Das Aufstauen von Niederschlagswasser in einem Lichtschacht infolge dessen unzureichender Entwässerung stellt in der Elementarschadenversicherung keine Überschwemmung im Sinne von § 9 Ziff. 1b VGB 2001. – OLG Karlsruhe, Urt. vom 20.09.2012 (12 U 92/11).
    „Der Kläger hat behauptet, zu dem Schadensfall sei es dadurch gekommen, dass sich im Lichtschacht vor dem Fenster des im Kellergeschoß eingerichteten Wohnraumes als Folge der starken Niederschläge Regenwasser in erheblichem Umfang, nämlich bis zur Höhe von ungefähr 1/3 bis zur Hälfte der Fensterhöhe angestaut habe. Das angestaute Regenwasser sei sodann durch eine unterhalb der Fensterbank liegende Bauanschlussfuge in den Keller eingedrungen und an der Innenwand des Kellers heruntergelaufen, wobei die Innenwand des Kellers und der Bodenbereich des Kellers durchfeuchtet worden seien.Der Kellerboden sei überschwemmt worden und das Wasser sei dann über die Randfugen des schwimmenden Estrichs in die darunterliegende Dämmschicht eingedrungen. […] Auch nach dem Verständnis eines durchschnittlichen Versicherungsnehmers ist eine Überschwemmung ein Zustand, bei dem eine normalerweise trockenliegende Bodenfläche von Wasser bedeckt wird. Die Anstauung von Wassermassen auf Flachdächern, Terrassen oder Balkonen aufgrund mangelnder Entwässerung unterfällt daher in der Regel nicht dem Versicherungsschutz. Anderes mag gelten, wenn der Abfluss von diesen Gebäudeteilen durch eine Überflutung des Grundstücks beeinträchtigt wird. Ebenso wenig entspricht nach allgemeinem Sprachgebrauch das bloße Aufstauen von Niederschlagswasser in einem Lichtschacht infolge dessen unzureichender Entwässerung dem Bild des Elementarschadens Überschwemmung. Vielmehr handelt es sich hier um das Ergebnis einer unzureichenden Errichtung oder Unterhaltung des Gebäudes, für welches der durchschnittliche Versicherungsnehmer keinen Versicherungsschutz aus der Elementarversicherung erwartet.“

Immer einen Fachanwalt für Versicherungsrecht hinzuziehen!                          

Rechtsanwalt Gregor Samimi, Anwalt für Verkehrsrecht in Berlin Steglitz
Rechtsanwalt Gregor Samimi, Anwalt für Verkehrsrecht in Berlin Steglitz

Für eine bestmögliche Vertretung sollten Sie einen Spezialisten, nämlich einen Fachanwalt für Versicherungsrecht mit der anwaltlichen Vertretung beauftragen. Dieser wird Ihnen beratend zur Seite stehen und kann auf eine frühzeitige Erledigung Ihres Anliegens hinwirken. Rechtsanwalt Gregor Samimi ist Fachanwalt für Verkehrsrecht, Fachanwalt für Versicherungsrecht und Fachanwalt für Strafrecht in 12203 Berlin (Steglitz-Zehlendorf). Telefon 030 8860303. ✩ Kontaktieren Sie uns! Wir helfen Ihnen gerne weiter!

 

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