Fahrerflucht: Fahrverbot droht?

Einmal kurz nicht aufgepasst, schon ist es passiert. Der Spiegel eines parkenden Autos wird gerade in engen Gassen schnell touchiert. Bei neueren Fahrzeugmodellen klappt der Seitenspiegel in solchen Fällen meist einfach nach hinten und lässt sich leicht wieder in die richtige Position bringen. Auf den ersten Blick scheint deshalb oft nichts passiert zu sein.

Überdehnte Federn, Absplitterungen an der Verkleidung oder kleinere Kratzer sind bei Unfällen dieser Art aber kaum zu vermeiden und nicht immer auf den ersten Blick zu erkennen. Viele Autofahrer tendieren deshalb dazu, einfach weiter zu fahren. Hier ist allerdings Vorsicht geboten.

Wer einen Unfall verursacht, egal wie klein der Schaden auch sein mag, muss zumindest eine angemessene Zeit an der Unfallstelle warten oder die Polizei informieren, um keine Anzeige wegen Fahrerflucht zu riskieren, die neben Geld- und Freiheitsstrafen auch ein Fahrverbot nach sich ziehen kann.

Fahrerflucht – was bedeutet das genau?

Wann genau Fahrerflucht vorliegt ist in §142 Absatz 1 StGB festgelegt. Dort steht „Ein Unfallbeteiligter, der sich nach einem Unfall im Straßenverkehr vom Unfallort entfernt, bevor er zugunsten der anderen Unfallbeteiligten und der Geschädigten die Feststellung seiner Person, seines Fahrzeugs und der Art seiner Beteiligung durch seine Anwesenheit und durch die Angabe, dass er an dem Unfall beteiligt ist, ermöglicht hat oder eine nach den Umständen angemessene Zeit gewartet hat, ohne dass jemand bereit war, die Feststellungen zu treffen, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.“ Zusätzlich kann durch den Richter im Strafverfahren auch noch ein Fahrverbot verhängt oder gar die Fahrerlaubnis entzogen werden.

Wer sich diesem Vorwurf nicht aussetzen möchte, darf also auch dann nicht weiterfahren, wenn auf den ersten Blick kein Schaden zu erkennen ist. Auch seine Kontaktdaten an der Windschutzscheibe zu hinterlassen genügt im Falle eines Unfalls nicht. Kommt der Eigentümer des geschädigten Fahrzeuges jedoch nicht innerhalb einer angemessenen Zeit zurück, muss auf jeden Fall die Polizei über das Geschehen informiert werden. Hier empfiehlt es sich, das zuständige Revier anzurufen und das Geschehen zu melden, bevor der Unfallort verlassen wird. Trotzdem muss man sich als Unfallverursacher jedoch auch direkt auf die Dienststelle begeben und dort nochmal seine Daten hinterlegen und eine Unfallmeldung abgeben.

Führt eine Fahrerflucht immer zu einem Fahrverbot?

Wer diese Vorgehensweise nicht beherzigt, sondern sich einfach vom Unfallort entfernt muss hingegen mit einer Anzeige wegen Fahrerflucht rechnen. Welche Strafe in diesem Fall droht hängt von verschiedenen Faktoren ab. Sie bewegt sich jedoch, wie in §142 Absatz 1 StGB festgelegt zwischen einer Geldstrafe und einer Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren. Hier ist es an Staatsanwaltschaft und Richter, den Unfall zu würdigen und insbesondere auch die Höhe des Schadens zu berücksichtigen, um dann ein individuelles Strafmaß festzulegen.
Während also die Hauptstrafe im Gesetz klar definiert ist, steht es dem Richter frei, als Nebenstrafe zusätzlich ein Fahrverbot zu verhängen oder gar die Fahrerlaubnis zu entziehen.

Um ein möglichst geringes Strafmaß zu erhalten, gerade, wenn der Unfall zu keinem erheblichen Schaden geführt hat, lohnt es sich oft, in einem solchen Verfahren, Hilfe von einem Anwalt in Anspruch zu nehmen.

Wie lange gilt ein Fahrverbot?

Auch die Dauer des Fahrverbotes kann der Richter im Strafverfahren frei festlegen. Sie bewegt sich in einem Zeitrahmen von einem bis zu sechs Monaten und ist in der Regel abhängig von der schwere des Unfalls und den Begleitumständen. Aber auch das Verhalten des Beschuldigten im Strafverfahren kann Auswirkungen auf die Dauer eines Fahrverbotes haben. Wer nur einen geringen Schaden verursacht hat und sein Fehlverhalten einsieht wird weniger lange auf den Führerschein verzichten müssen wie Beschuldigte, die versuchen, schwere Schäden mit Ausreden abzutun. Aber auch eine gute anwaltliche Vertretung kann hier helfen, dass Fahrverbot zu umgehen oder zumindest auf ein Minimum zu begrenzen.

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Führerscheinentzug – was ist der Unterschied zum Fahrverbot?

Das Fahrverbot ist jedoch nicht die einzige Folge, die einen Fahrerflucht haben kann. Gerade bei schwereren Unfällen, bei denen erhebliche Schäden entstanden sind oder gar ein Mensch verletzt wurde, kann der Führerschein auch ganz entzogen werden. Auch Alkohol am Steuer führt oft dazu, dass der Richter die Eignung zum Führen eines Kraftfahrzeuges anzweifelt und einen Führerscheinentzug anordnet.
Der Unterschied zwischen Fahrverbot und Führerscheinentzug liegt darin, dass ein Fahrverbot zeitlich begrenzt ist und ohne weitere Folgen bleibt. Wer mit drei Monaten Fahrverbot bestraft wird, gibt seinen Führerschein für diesen Zeitraum bei einer Polizeidienststelle ab und kann ihn nach Ablauf der Frist einfach wieder abholen.
Ein Führerscheinentzug hingegen kann für wesentlich längere Zeiträume, bis zu 10 Jahre, angeordnet werden und endet nicht automatisch. Meist schließt sich eine Sperrfrist an, die nur mit Bestehen einer MPU beendet werden kann.
Erst wenn auch diese Frist verstrichen ist, besteht überhaupt die Möglichkeit, erneut die Ausstellung einer Fahrerlaubnis zu beantragen. Diese muss dann allerdings meist neu in der Fahrschule erworben werden.

Wie beeinflusst ein Anwalt die Höhe der Strafe bei Fahrerflucht?

Die Konsequenzen einer Fahrerflucht können somit sehr unterschiedlich sein. Nicht immer muss auch ein Fahrverbot ausgesprochen werden, auch wenn das sehr häufig passiert. Mit welchem Urteil zu rechnen ist, hängt nicht nur von der Höhe des Schadens, sondern auch von den Gesamtumständen des Unfalls ab. Da dies für Laien kaum einzuschätzen ist, lohnt es sich immer, einen Anwalt zur Rate zu ziehen, der den eigenen Fall bewertet und eine Strategie für das Strafverfahren festlegt. Auch wenn man als Fahrerflüchtiger so nicht um eine Strafe herumkommt, lässt sich diese durch einen Anwalt in ihrer Höhe durchaus beeinflussen. Gerade bei kleineren Unfällen mit geringem Sachschaden gelingt es dem Anwalt auch oft, ein Fahrverbot ganz zu vermeiden.

Bei Fahrerflucht immer einen Anwalt für Verkehrsrecht hinzuziehen

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Dieser Artikel wurde herausgegeben von Gregor Samimi.
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