Anzeige wegen Fahrerflucht erstatten – Hilfe für Geschädigte vom Fachanwalt

Nachdem Sie aus dem Supermarkt zu Ihrem Auto zurückkehren, sehen sie eine verschrammte Beule in der Heckschürze Ihres Autos. Jemand kommt zu Ihnen und sagt, dass ein anderes Fahrzeug beim Ausparken den Schaden verursachte. Der Fahrer sei ausgestiegen, habe mit einer abfälligen Handbewegung auf den Schaden geguckt und sei dann einfach weggefahren. Hierbei handelt es sich um ein häufig zu beobachtendes Phänomen, welches nach § 142 StGB als Fahrer- oder Unfallflucht strafrechtlich sanktioniert werden kann.

Geschädigter in einem Verkehrsunfall zu sein ist nicht nur äußerst lästig und verursacht einen großen Zeitaufwand. Es können zudem Kosten entstehen, wenn der Unfallverursacher nicht ermittelt werden kann. Das passiert bei Parkunfällen häufig, da es oft an Zeugen fehlt, die das Geschehen beobachtet haben und Angaben zum Verursacher machen können. Als Opfer können Sie sich nicht nur zivilrechtlich gegen Fahrerflucht wehren, sondern auch ein strafrechtliches Verfahren in Gang bringen.

Ein erfahrener Fachanwalt wie Gregor Samimi hilft Ihnen in allen Teilen des Verfahrens effektiv weiter.

Erste Schritte bei Unfallflucht

Ein kleiner Unfall ist schnell passiert. Das Fahrer nach einem schweren Verkehrsunfall einfach wegfahren passiert vergleichsweise selten, meistens handelt es sich um Parkrempler. Aber auch dabei entstandene, unscheinbare Schäden können erhebliche Kosten verursachen.

Daher ist das Vorgehen grundsätzlich immer gleich. Sie rufen die Polizei zum Unfallort, nachdem Sie diesen ggf. gesichert und bei Personenschäden Erste Hilfe geleistet haben. Bis die Beamten eintreffen, fotografieren Sie die Unfallstelle und Schäden am eigenen Fahrzeug. Neben Übersichtsaufnahmen sollten Sie dabei auch Detailaufnahmen der Schäden machen. Das gilt übrigens auch dann, wenn der Unfallverursacher noch vor Ort ist – ab und an verschwinden diese erst, nachdem Sie mitgeteilt haben, dass Sie die Polizei rufen werden.

Schauen Sie sich außerdem um, ob sich am Unfallort mögliche Zeugen befinden und sprechen Sie diese aktiv an. Diese glauben vielleicht, dass ihre Aussage unwichtig sei, weil das Kennzeichen nicht erkannt werden konnte oder vielleicht trauen sie sich nicht, Sie anzusprechen. Jeder Hinweis kann allerdings wertvoll sein. Achten Sie außerdem darauf, ob der Unfallort zum Beispiel auf einem Parkplatz oder in einem Parkhaus kameraüberwacht ist.

FAQ: Anzeige Fahrerflucht erstatten

Wie erstatte ich eine Anzeige wegen Fahrerflucht?

Ist die Polizei vor Ort, wird diese den Unfall aufnehmen, Daten und eine erste Aussage von Ihnen als Geschädigten und ggf. von Zeugen protokollieren und weitere Schritte einleiten, sofern diese notwendig sind. Da es sich bei einer Unfallflucht um ein Offizialdelikt handelt, ist die Polizei verpflichtet, von Amts wegen Strafanzeige zu erstatten.

Dennoch ist es empfehlenswert, ebenfalls Strafanzeige zu erstatten. Das können Sie direkt gegenüber den anwesenden Beamten tun. Den sehr überlasteten Strafverfolgungsbehörden wird so verdeutlicht, dass Sie als Geschädigter ein hohes Interesse an der Verfolgung haben.

Daneben gibt es weitere Möglichkeiten, Strafanzeige zu erstatten. Zu den am häufigsten genutzten Möglichkeiten gehört der Besuch einer Polizeidienststelle. Postalisch oder über das Internet ist ebenfalls möglich. Empfänger einer Anzeige kann jede Polizeidienststelle und jede Staatsanwaltschaft sein. Liegt der räumliche oder sachliche Zuständigkeitsbereich woanders, wird die Anzeige dorthin weiter gegeben.

Was folgt nach einer Anzeige?

Die Zeugenaussagen können wichtige Hinweise auf den möglichen Täter enthalten. Häufig werden Sie und ggf. weitere Zeugen eine Vorladung zu einer Zeugenaussage erhalten, bei dem der komplette Ablauf aus der jeweiligen Sicht aufgenommen wird.

Wenn es Zeugen gibt, welche den Unfall beobachtet haben und dabei das Kennzeichen erkannt wurde, ist ein idealer Ermittlungsansatz gegeben. Darüber lässt sich der Halter des Fahrzeugs ermitteln. Dort wird die Polizei wenn möglich eine Inaugenscheinnahme vornehmen, um mögliche Beweise zu sichern. Das sind in der Regel die Unfallschäden am gegnerischen Fahrzeug.

Allerdings muss der Halter nicht zwingend der Fahrer sein, denn es ist möglich, dass der Ehepartner, ein Verwandter oder auch ein Bekannter das Fahrzeug gefahren hat. Die Polizei wird dieses den Halter aktiv fragen. Da der Halter in einigen Fällen ein Zeugnisverweigerungsrecht hat, wenn jemand anderes der Fahrer war und als Beschuldigter immer ein Aussageverweigerungsrecht hat, ist es nicht immer möglich, den Täter zu ermitteln. Zeugen können auch hier helfen, wenn der Fahrer gesehen und beschrieben werden kann.

Sofern die Staatsanwaltschaft als leitende Ermittlungsbehörde überzeugt ist, den Täter ermittelt zu haben, gibt es verschiedene Möglichkeiten. In einigen Fällen kann es dennoch zu einer Verfahrenseinstellung kommen, beispielsweise weil eine geringe Schuld vorliegt. Da es sich bei Fahrerflucht um ein Massendelikt handelt, wird die Staatsanwaltschaft häufig einen Strafbefehl bei Gericht beantragen. Dabei legt die Staatsanwaltschaft die Strafe fest.

Was für Strafen gibt es bei Fahrerflucht?

Bei einer Fahrerflucht sind dabei folgenden Strafen möglich:

  • Geldstrafe
  • Fahrverbot
  • Entziehung der Fahrerlaubnis (bei Sperren zur Wiedererteilung bei maximal 2 Jahren)
  • Freiheitsstrafe bis 1 Jahr auf Bewährung, sofern der Unfallverursacher einen Verteidiger benannt hat

Widerspricht der Täter oder sein Anwalt nicht, wird der Strafbefehl grundsätzlich nach zwei Wochen rechtskräftig und entspricht damit einer Verurteilung vor Gericht.

Ist eine der genannten Strafen nicht tat- und schuldangemessen oder der Staatsanwalt entscheidet sich aus anderem Grund gegen einen Strafbefehl, erhebt er Anklage vor Gericht. Diese wird in den meisten Fällen zugelassen und es kommt zu einer öffentlichen Hauptverhandlung. Hierzu werden Sie geladen, um als Zeuge auszusagen. Das kann auch dann der Fall sein, wenn Sie den Unfall nicht beobachtet haben, aber beispielsweise etwas zu den Vorschäden am Fahrzeug sagen müssen.

Bei einer Verurteilung vor Gericht können alle strafrechtlichen Folgen eintreten, die für das unerlaubte Entfernen vom Unfallort vorgesehen sind. Das kann nach § 142 StGB eine Freiheitsstrafe von bis zu 3 Jahren oder Geldstrafe sein. Daneben kommen ein Fahrverbot oder sogar der Entzug der Fahrerlaubnis in Betracht.

Die gerichtliche Bewertung erfolgt nach dem für Strafverfahren üblichen Muster: Tathandlung, Rechtswidrigkeit und Schuld. Wie hoch die Strafe ausfällt, ist vorab nur schwer zu beurteilen. Erfahrungsgemäß liegen die Strafen aber meist in folgendem Rahmen:

  • Schaden bis 600 EUR: Einstellung des Verfahrens bei Geldauflage
  • Schaden zwischen 600 und 1.300 EUR: Geldstrafe, bis zu 3 Monate Fahrverbot sowie 2 Punkte
  • Schaden über 1.300 EUR: Hohe Geldstrafe, zwischen 10 und 12 Monaten Fahrerlaubnisentzug und 3 Punkte

Bei Personenschäden liegen die Strafen deutlich höher.

Wer zahlt den Schaden, wenn kein Unfallverursacher ermittelt werden kann?

Wer für eine Schaden verantwortlich ist, muss dafür auch gerade stehen. Da Verkehrsunfälle hohe Personen- und Sachschäden verursachen können, besteht für Kraftfahrzeuge eine Haftpflichtversicherung, die für solche Fälle einspringt. Das gilt auch, wenn sich der Unfallverursacher unerlaubt vom Unfallort entfernt hat, aber ermittelt werden konnte. Die strafrechtliche Bewertung ist hierfür nicht relevant.

Wird kein Unfallverursacher ermittelt, müssen Sie als Geschädigter häufig selber die Kosten tragen. Nur wer eine Vollkaskoversicherung besitzt, bekommt den Schaden komplett von der eigenen Versicherung ersetzt. Die eigene Haftpflicht zahlt zumindest für die Beifahrer. Wer eine Vollkaskoversicherung ablehnt, aber dennoch bei einem Verkehrsunfall gegen eigene Gesundheitsschäden abgesichert sein möchte, kann auf eine private Unfallversicherung setzen.

Wie ein Anwalt dabei helfen kann, Ihre Rechte durchzusetzen

Ein Anwalt hilft mit seiner Kompetenz und seiner Erfahrung in zahlreichen Fällen von Fahrerflucht weiter. Das gilt sowohl im straf- wie auch im zivilrechtlichen Bereich.

Da im strafrechtlichen Bereich vor allem die Schadenshöhe zu betrachten ist, versuchen Verteidiger die Ursache für diese Schäden zu bezweifeln. Das kann durchaus auch berechtigt sein, denn immer wieder kommt es vor, dass einzelne Werkstätten in ihren Kostenvoranschlägen Schäden abrechnen wollen, die bereits vor dem Unfall bestanden.

Wer als Geschädigter dabei mitmacht, begeht regelmäßig selber Betrug beziehungsweise Versicherungsbetrug. Um nicht den Hauch eines Zweifels an der Schadenshöhe aufkommen zu lassen, kann ein Anwalt prüfen, ob ein Kostenvoranschlag ausreichend ist oder ob besser ein Gutachten erstellt werden sollte. Weiterhin kann er sie auf Ihre Aussage bei der Polizei beziehungsweise vor Gericht vorbereiten und Sie ggf. dabei begleiten.

Bei den zivilrechtlichen Ansprüchen ist die Schadenshöhe ebenfalls ein wichtiger Faktor. Versicherungen, sowohl die des Schadensverursachers als auch die eigene, können Zweifel daran haben und eine Schadensregulierung ganz oder teilweise ablehnen. Ein Anwalt achtet auf eine präzise und eindeutige Dokumentation, vertritt Ihre Interessen gegenüber der Versicherung und wenn notwendig vor Gericht.

Als Fachanwalt für Strafrecht, Fachanwalt für Verkehrsrecht und Fachanwalt für Versicherungsrecht steht Ihnen Gregor Samimi als Spezialist für alle relevanten Rechtsgebiete zur Verfügung.

Beantwortung wichtiger Fragen zur Einschätzung des eigenen Falls

Bei einem Zusammenstoß zwischen zwei Kraftfahrzeugen liegt nicht immer eine Unfallflucht vor, wenn der Verursacher sich entfernt, bevor der Fahrzeugbesitzer oder die Polizei zum Unfallort kam. Ein Anwalt hilft Ihnen natürlich auch hier, den Fall zu bewerten. Aber keine Sorge: Eine „falsche Anzeige“ gibt es nicht. Der Ablauf muss aber natürlich wahr und damit auch komplett wiedergegeben werden.

Hier einige Hinweise, die für eine Fahrerflucht sprechen:

  • Es muss ein Personen- oder Sachschaden vorliegen
  • Es muss im öffentlichen Straßenverkehr geschehen
  • Der Unfallort wird verlassen, ohne sich mit der Gegenseite persönlich auszutauschen oder die Polizei zum Unfallort zu rufen und dort auf diese zu warten
  • Es wird nur ein Zettel mit Kontaktinformationen hinterlassen
  • Es wurde keine ausreichende Zeit auf den Geschädigten gewartet, wobei tagsüber mindestens 30 Minuten als notwendig erachtet werden.

Eine für viele ungewisse Definition ist, wann ein Unfall im öffentlichen Straßenverkehr stattfand. Grundsätzlich gilt, dass alle Plätze und Wege, die keinem genau bestimmten Personenkreis vorbehalten sind, als öffentlich gelten. Dazu gehören also nicht nur öffentliche Straßen, sondern auch Parkplätze von Supermärkten, nicht abgesicherte Betriebsgelände und ähnliches.

Bei Fahrerflucht immer einen Anwalt für Verkehrsrecht hinzuziehen

Nach einem Unfall mit Fahrerflucht sollten Sie es nicht dem Zufall überlassen, wann und in welcher Höhe die gegnerische Versicherung in die Regulierung des Schadens eintritt. Sparen Sie Zeit, Geld und Nerven:
Gregor Samimi hilft Ihnen als Fachanwalt für Strafrecht, Fachanwalt für Verkehrsrecht und Fachanwalt für Versicherungsrecht aus Berlin gerne weiter.

Kontaktieren Sie uns dazu einfach über die Telefonnummer 030 8860303 oder füllen Sie direkt den Fragebogen zur Fahrerflucht aus:

Fragebogen zur Fahrerflucht

Dieser Artikel wurde herausgegeben von Gregor Samimi.
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