Menü öffnen/schließen Strafrecht | Verkehrsrecht | Versicherungsrecht in Berlin
Blitzer in Berlin Steglitz

Wer die Sekunde nicht zählt … Eine rote Ampel zu ignorieren und sie zu überfahren, kann teuer werden. Nur der Bruchteil einer Sekunde entscheidet darüber, wie hoch das Bußgeld ausfällt, wie viele Punkte es in Flensburg gibt und ob ein Fahrverbot verhängt wird.

Wurde die Ampel erst im Vorbeifahren rot? Oder war sie schon eine Sekunde lang rot, als Sie die Haltelinie überfahren haben? Ein kleiner Unterschied mit großer Wirkung, denn er entscheidet darüber, ob Ihnen ein einfacher oder ein qualifizierter Rotlichtverstoß vorgeworfen wird. Wurde die Ampel erst im Vorbeifahren rot, so kommen Sie mit einem blauen Auge davon, jedenfalls wenn Sie niemanden gefährdet und auch keinen Sachschaden verursacht haben. Ein qualifizierter Rotlichtverstoß dagegen zieht schmerzhafte Konsequenzen nach sich. Die Geldbuße fällt doppelt so hoch aus, es gibt noch einen Punkt mehr in Flensburg und vor allem werden Sie mit einem Fahrverbot für einen Monat sprichwörtlich aus dem Verkehr gezogen.

Bleibt die Frage: Wer entscheidet über die entscheidende Sekunde? Reicht es, wenn zufällig anwesende Polizisten oder sonstige Zeugen beteuern, die Ampel hätte bereits auf Rot gestanden? Das Oberlandesgericht Hamm verneint dies. Es sei zwar nicht ausgeschlossen, aus den Angaben eines Zeugen auf einen qualifizierten Rotlichtverstoß zu schließen. Entscheidend sei jedoch, dass seine Zeitschätzung an Tatsachen festgemacht werde, die einer gerichtlichen Überprüfung zugänglich seien. Der Zeuge müsse also zumindest vortragen, nach welcher Methode er die Zeit geschätzt habe (etwa durch Mitzählen), wie schnell er und der Rotlichtsünder gefahren seien und in welchem Abstand sich die Fahrzeuge dabei zur Haltelinie befunden hätten bzw. in welchem Abstand die Fahrzeuge hintereinander her gefahren seien. (Quelle: Oberlandesgericht Hamm, Beschluss vom 24.9.2007, veröffentlicht in der Zeitschrift Deutsches Autorecht [DAR] 2008, S. 35).

Wer eine rote Ampel missachtet, zahlt nunmehr mindestens 90 EUR. Es wird mindestens 1 Punkt eingetragen. War die Ampel bereits länger als eine Sekunde rot, wird der Verstoß mindestens mit 200 EUR geahndet, es werden 2 Punkte eingetragen und ein Fahrverbot von einem Monat verhängtGefährdung und Sachbeschädigung führen zu einer Erhöhung der Sanktion. „Oft lassen sich die Erfolgsaussichten des Einspruchs erst nach Einsicht in die amtliche Bußgeldakte beurteilen„, sagt Rechtsanwalt Gregor Samimi, Fachanwalt für Verkehrsrecht in Berlin.

Schildern Sie uns Ihr Anliegen

Rufen Sie uns einfach an unter 030 - 8860303 oder schicken Sie uns eine Nachricht:
Ihr Name
Betreff
Ihre E-Mail-Adresse
Rückrufnummer
Ihre Nachricht
 
Anzeige:
KategorieVerkehrsrecht
logo-footer

BESUCHEN SIE UNS: