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Idiotentest

Rund 100.000 Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer müssen sich jedes Jahr der Medizinisch-Psychologischen Untersuchung, kurz MPU, stellen. Hierbei handelt es sich keinesfalls um einen „Idiotentest“, wie hier und dort leider immer wieder zu hören ist. In weit mehr als 50 Prozent der Fälle wird die Untersuchung wegen Alkohol angeordnet, dicht gefolgt wegen desKonsums von Drogen wie Cannabis und Kokain. Auch der Missbrauch von Medikamenten sowieVerkehrsauffälligkeiten im Straßenverkehr wie zu schnelles Fahren oder zu häufiges Falschparken können Gründe für die Anordnung der MPU sein. Gerade mal 55 Prozent der Kandidaten bestanden die Untersuchung und räumten die Bedenken an ihrer Eignung aus, berichtet das Bundesamt für Straßenwesen für das Jahr 2011. Die Vorschriften des Straßenverkehrsgesetzes sind nicht auf Kraftfahrer beschränkt. Auch betrunkene Radfahrermüssen möglicherweise die Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU) fürchten, wenn ihnen die Fahrerlaubnis entzogen worden ist. Dies gilt auch für unter Einfluss von Betäubungsmittel (Btm) stehende Beifahrer, die im Besitz einer Fahrerlaubnis sind, wie Gerichte immer wieder entschieden haben.

Nur wer die Untersuchung erfolgreich meistert, kann sich im Besitz der Fahrerlaubnis halten oder bekommt die Fahrerlaubnis neu erteilt und den Führerschein ausgehändigt. Nicht immer stehen gegen die Anordnung der Führerscheinbehörde auch effektive Rechtsmittel zur Verfügung. Dies wird auch immer wieder von Verkehrsjuristen kritisiert.

Die MPU setzt sich aus einem medizinischen Check, einem Leistungstest am PC und einempsychologischen Gespräch zusammen. Die Untersuchung erstreckt sich über drei bis vier Stunden. Allein eine Stunde stellt man sich den Fragen des Psychologen. Dieser Teil der Untersuchung hat es in sich und wird gerne unterschätzt.

Ob mit der Anordnung einer MPU zu rechnen ist, erschließt sich den Verkehrsteilnehmern ärgerlicherweise häufig erst recht spät, weil beispielsweise in einem vorhergegangenen Bußgeld- und Strafverfahren von der drohenden Anordnung noch keine Rede war.

Regelmäßig verliert man so für die Vorbereitung auf die bis zu 750 EUR teure MPU Zeit und büßt die Fahrerlaubnis unnötig lange ein. Je früher man sich auf die MPU vorbereitet, desto besser sind die Chancen nicht auf den Führerschein verzichten zu müssen. Insoweit ist auch daran zu denken, den Antrag auf Neuerteilung der Fahrerlaubnis wegen der langen Bearbeitungszeiten bereits drei Monate vor Ablauf der im Urteil ausgesprochenen Sperrfrist zu stellen um nicht wertvolle Zeit zu verlieren.

Ohne Abstinenznachweise bei Alkohol- und Drogenauffälligkeiten sollte man sich nicht der MPU stellen, weil hier der Misserfolg vorprogrammiert ist. Die Abstinenznachweise stellen die sogenannte Eintrittskarte für die MPU dar. Urin- und Haarproben sind wesentliche Bestandteile der MPU.

Gegen die Anordnung der MPU sind keine Rechtsmittel möglich. Erst gegen die Entziehung oder gegen die Ablehnung der Neuerteilung der Fahrerlaubnis sind Rechtsmittel gegeben. Ob diese erfolgversprechend sind hängt von Einzelfall und der gewählten Strategie ab. Eine Reform der MPU ist im Bundesverkehrsministerium angekündigt. Wir helfen Ihnen sich gezielt und erfolgreich auf die Prüfung vorzubereiten und vermitteln geeignete Verkehrspsychologen.

Fragen und Antworten rund um die MPU

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