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Ist eine Dashcam im Straßenverkehrs als Beweismittel zugelassen?
Dashcam: Zulässiger Beweis?
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Dashcam: „Das neue zulässige Beweismittel im Straßenverkehr?“

Dashcam: Zum ersten Mal hat ein Obergericht über die Verwertbarkeit von Dashcams als Beweismittel entschieden. Das Oberlandesgericht Stuttgart (OLG) hat in seinem Beschluss vom 4.5.2016 grünes Licht gegeben: Zur Verfolgung schwerwiegender Verkehrsordnungswidrigkeiten dürfen Dashcam-Aufnahmen verwertet werden.

Was ist eine Dashcam?

Eine Dashcam ist eine kleine Videokamera. Sie lässt sich im Fahrzeug an der Windschutzscheibe oder auf dem Armaturenbrett befestigen und zeichnet das Geschehen im Straßenverkehr auf. Dadurch verbessert sich die Beweissituation bei einem Verkehrsunfall. Allerdings ist die Dashcam datenschutzrechtlich umstritten. Kritiker halten die durch das Grundgesetz geschützten Persönlichkeitsrechte aller gefilmten Personen für verletzt. Der Einsatz von Dashcams ist daher seit einiger Zeit hochgradig umstritten. Sehen Sie hierzu auch den Betrag zur Zulässigkeit von Dashcams als Beweismittel im Straßenverkehr.

Welcher Sachverhalt lag der Dashcam-Entscheidung zugrunde?

Der Betroffene überfuhr eine Ampel, die bereits seit mindestens sechs Sekunden Rot zeigte. Das Amtsgericht Reutlingen (AG) konnte die Tat aufgrund einer Dashcam-Aufzeichnung eines anderen Verkehrsteilnehmers beweisen und verhängte gegen den Betroffenen eine Geldbuße in Höhe von 200 Euro sowie ein Fahrverbot von einem Monat. Der Betroffene legte gegen das Urteil Rechtsmittel ein. Das OLG Stuttgart bestätigte allerdings die Entscheidung des AG Reutlingen und verwarf die Rechtsbeschwerde. Die Dashcam ist nach Ansicht des Gerichts ein verwertbares Beweismittel.

Wie begründet das OLG Stuttgart seine Dashcam-Entscheidung?

Das OLG Stuttgart stellt in seiner Begründung dar, dass aus der Beobachtung öffentlich zugänglicher Räume mit optisch-elektronischen Einrichtungen (§ 6b Absatz 3 Satz 2 Bundesdatenschutzgesetz) kein Beweisverwertungsverbot für das Straf- und Bußgeldverfahren folgt. Somit führe ein Verstoß gegen die datenschutzrechtlichen Bestimmungen nicht automatisch zur Unverwertbarkeit der Dashcam-Aufzeichnung. Ob die Videoaufnahme als Beweismittel verwertet werden kann, ist vielmehr im Einzelfall unter Abwägung der widerstreitenden Interessen zu entscheiden. Das OLG Stuttgart sah die Persönlichkeitsrechte des Betroffenen nur leicht verletzt. Die Dashcam dokumentiere lediglich Verkehrsvorgänge und ermögliche eine mittelbare Identifizierung des Betroffenen über das Pkw-Kennzeichen. Der Kernbereich der Privats- oder Intimsphäre sei nicht betroffen. Dagegen ist nach Ansicht des Gerichts der Verkehrsverstoß des Betroffenen als schwerwiegend einzustufen. Der Sicherheit des Straßenverkehrs komme eine hohe Bedeutung zuteil. Eine Abwägung der widerstreitenden Interessen fiel damit zu Lasten des Betroffenen aus. Die Dashcam war ein zulässiges Beweismittel.

Dashcam zulässiges Beweismittel bei der Durchsetzung von Schadensersatzansprüchen auch im Zivilprozess?

Zwischenzeitlich hatte das Oberlandesgericht (OLG) Stuttgart (Urt. v. 17.07.2017, Az. 10 U 41/17) auch die Gelegenheit, sich zur Zulässigkeit von Dashcamaufnahmen als Beweismittel im Zivilprozess zu äußern. Dabei kam das Gericht zu der Auffassung, dass Mitschnitte nur aufgrund einer Interessenabwägung im konkreten Einzelfall tendenziell für verwertbar erachtet werden. Eine Entscheidung des Bundesgerichtshofs (BGH) steht noch aus.

Ein Anwalt für Verkehrsrecht kann helfen, sich gegen den Vorwurf im Bußgeldverfahren zur Wehr zu setzten und kann auf eine Einstellung des Ordnungswidrigkeitenverfahren hinwirken. Rufen Sie uns an. Wir helfen Ihnen gerne weiter und freuen uns auf Ihre Fragen.

Der Autor Rechtsanwalt Gregor Samimi ist Fachanwalt für Strafrecht, Verkehrsrecht und Versicherungsrecht in Berlin Steglitz-Zehlendorf. Tel.: 030/8860303

 

 

 

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