Fahrlässige Körperverletzung
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Fahrlässige Körperverletzung

Radfahrer und Autofahrer kurz vor dem Zusammenprall
Fahrlässige Körperverletzung

Fahrlässige Körperverletzung: Auch der versierteste Verkehrsteilnehmer kann im Straßenverkehr einen Unfall verursachen. Wenn dieser einen Personenschaden zur Folge hat, sieht man sich leicht mit einem polizeilichen Ermittlungsverfahren konfrontiert. Der Vorwurf lautet dann: Fahrlässige Körperverletzung, § 229 Strafgesetzbuch (StGB): „Wer durch Fahrlässigkeit die Körperverletzung einer anderen Person verursacht, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.“ So erging es beispielsweise Evelyn K. Als sie gerade mit ihrem Auto vom rechten Fahrbahnrand losfuhr, kollidierte sie mit dem Motorradfahrer. So etwas passiert selbst dem erfahrensten Verkehrsteilnehmer. Der Motorradfahrer wird glücklicherweise nur leicht verletzt. Üblicherweise sind aber auch Radfahrer oder Fußgänger Opfer derartiger Verkehrssituationen. Doch womit muss Frau K. als Unfallverursacherin nun rechnen? Der Tatbestand der fahlässigen Körpververletzung führt täglich zu einer Vielzahl von Strafanzeigen. Nicht immer ist der Vorwurf auch gerechtfertigt.

Fragen und Antworten zum Vorwurf der fahrlässigen Körperverletzung

Was droht im Falle einer Verurteilung schlimmstenfalls?

Der Tatbestand der fahrlässigen Körperverletzung nach § 229 Strafgesetzbuch (StGB) sieht als Höchststrafe eine Freiheitsstrafe von bis zu 3 Jahren oder Geldstrafe vor. Die konkrete Verhängung der Strafe im Einzelfall hängt von den Umständen des Tatgeschehens ab. Zu berücksichtigen sind mitunter strafschärfende oder -mildernde Umstände wie etwaige Vorstrafen, die Schwere der Verletzungen, das Maß der Fahrlässigkeit und etwaiges Mitverschulden des Geschädigten.

Welche Folgen kann der Vorwurf der fahrlässigen Körperverletzung üblicherweise haben? Drohen Punkte oder eine Geldbuße?

Bei einer Verurteilung wird ein Ersttäter üblicherweise mit einer Geldstrafe bestraft, die abhängig von seinem Einkommen bemessen wird, in der Regel fällt bei erstmaliger Verurteilung ein Nettomonatsgehalt an (30 Tagessätze). Daneben besteht die Möglichkeit, dass ein Fahrverbot von bis zu drei Monaten verhängt wird. Eine Verurteilung führt zu keiner Eintragung von Punkten im Verkehrszentralregister, soweit kein Fahrverbot verhängt worden ist. Mit der Novellierung des Flensburger Punktesystems wird seit dem 01.05.2014 bereits bei 8 Punkten die Fahrerlaubnis entzogen und der Führerschein eingezogen. Bestenfalls kann Ihre Anwältin oder Ihr Anwalt eine Einstellung des Verfahrens mit oder ohne Geldauflage erreichen (zumeist zugunsten der Landeskasse oder einer gemeinnützigen Organisation). Dann sind die Verhängung eines Fahrverbots und Punkte wegen des Strafverfahrens nicht möglich. Es kann aber vom Strafverfahren ins Bußgeldverfahren übergeleitet werden. Dabei kommt für den oben geschilderten Beispielsfall ein Bußgeld in Höhe von 80 € sowie ein Punkt wegen der Gefährdung eines Verkehrsteilnehmers beim Wenden in Betracht.

Was kann der Anwalt beim Vorwurf der fahrlässigen Körperverletzung für mich tun?

Ihre Verteidigerin oder Ihr Verteidiger hilft Ihnen aufgrund seiner Fachanwaltsausbildung und der langjährigen Berufserfahrung dabei das Strafverfahren möglichst frühzeitig und kostengünstig zur Einstellung zu bringen und damit die Eintragung von Punkten sowie ein Fahrverbot bzw. den Entzug der Fahrerlaubnis zu vermeiden.

Zahlt meine Rechtsschutzversicherung die Anwaltskosten beim Vorwurf der fahrlässigen Körperverletzung?

In der Regel tritt die Rechtsschutzversicherung in derartigen Fällen ein und übernimmt die Rechtsanwaltskosten, die Verwaltungs- und Gerichtskosten sowie die Auslagen. Ein kurzer Anruf kann Klarheit verschaffen. Selbst im Falle einer Verurteilung bleibt die Rechtsschutzversicherung einstandspflichtig.

Wer kommt für den Schaden des Unfallgegners beim Vorwurf der fahrlässigen Körperverletzung auf?

Üblicherweise zahlt die eigene Autoversicherung (Krafthaftpflichtversicherung) die dem Gegner zu erstattenden Schadensersatzpositionen. Hierzu gehören beispielsweise: Fahrzeugschaden (Reparaturkosten oder Wiederbeschaffungswert), Wertminderung des Fahrzeugs durch den Unfall, Sachverständigenkosten, Nutzungsausfallentschädigung, ggf. Abschleppkosten und ähnliches. Bei Personenschaden können darüber hinaus auch der Ersatz der Heilbehandlungskosten und Schmerzensgeld anfallen.

Was passiert, wenn es keine Zeugen gibt und sich der Unfallverlauf beim Vorwurf der fahrlässigen Körperverletzung nicht aufklären lässt?

Im Strafverfahren gilt die Unschuldsvermutung: das Verfahren wird eingestellt. Bei der Geltendmachung von Schadensersatz- und Schmerzensgeldansprüchen hängt es von der konkreten Verkehrssituation ab. Beispiel: Beim Spurwechsel tragen die Unfallbeteiligten den vom Unfallgegner geltend gemachten Schaden zu 50%.

 

Immer einen Fachanwalt für Verkehrsrecht hinzuziehen

Für eine bestmögliche Vertretung sollten Sie einen Spezialisten, nämlich einen Fachanwalt für Verkehrsrecht, mit der anwaltlichen Vertretung beauftragen. Dieser wird Ihnen beratend zur Seite stehen und kann auf eine frühzeitige Erledigung Ihres Anliegens hinwirken.

 

Rechtsanwalt Gregor Samimi ist Fachanwalt für Verkehrsrecht, Fachanwalt für Verkehrsrecht und Fachanwalt für Strafrecht in 12203 Berlin (Steglitz-Zehlendorf). Telefon 030-8860303. ✩ Kontaktieren Sie uns! Wir helfen Ihnen gerne weiter!

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