Diebstahl
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Diebstahl – ein Fall aus der anwaltlichen Beratungspraxis

Diebstahl: Am Samstag, den 03.12.2011 gegen 16:20 Uhr erhielten die Polizeibeamten den Auftrag, einen Diebstahl in der Tauenzienstraße 19, 10789 Berlin, in der Filiale von der Firma „Peek & Cloppenburg“ aufzunehmen.

Dort erklärten die Zeugen Martin K. und Tobis M., beide Ladendetektive von Peek & Cloppenburg, dass sie gegen 15:25 Uhr beobachten konnten, wie sich die Tatverdächtige, Lisa M. in Begleitung ihrer Mutter, Krista Maier* im Untergeschoss des Kaufhauses aufhielten.

Die Ladendetektive konnten beobachten, wie die Tatverdächtigen zuerst ein Paar Handschuhe und dann vier Oberteile aus der Auslage nahmen. Mit diesen Kleidungsstücken gingen beide Personen in die Umkleidekabine. Es wurden jedoch nur die Oberteile, nicht aber die Handschuhe bei der Kabinenaufsicht wieder abgegeben. Die Tatverdächtigen gingen dann in Richtung Ausgang, wo sie angesprochen und in das Büro der Kaufhausdetektive geführt wurden. Die Handschuhe befanden sich in einer mitgeführten Einkaufstüte der Firma KaDeWe, jedoch war die Waschanleitung herausgeschnitten. Neben den Handschuhen befanden sich in der Tüte auch weitere Bekleidungsstücke und eine Tischdecke aus dem Hause KaDeWe, welche nicht bezahlt waren. Die Tatverdächtigen sind der deutschen Sprache mächtig und gaben nach rechtlicher Belehrung den Tatvorwurf zu. Es täte ihnen auch sehr leid. Bei der Durchsuchung der mitgeführten Taschen wurde jeweils eine Nagelschere in den Handtaschen der Verdächtigen aufgefunden. Diese wurden beschlagnahmt. Die beschädigten Handschuhe wurde der Firma Peek & Cloppenburg zurückgegeben. Die Tatverdächtigen wurden auf eine Polizeistation verbracht. Über die erkennungsdienstlichen Maßnahmen wurden Mutter und Tochter Meier belehrt und stimmten dieser zu. Nach Beendigung der polizeilichen Maßnahme wurden die Tatverdächtigen vor Ort entlassen. Die Tat wurde videografisch festgehalten und die Zeugen Krause und Müller fertigten zeugenschaftliche Äußerungen.

Diebstahl – einem Fachanwalt für Strafrecht häufig gestellte Fragen

Wann liegt ein Diebstahl vor?

Nach § 242 Strafgesetzbuch (StGB) liegt ein Diebstahl vor, wenn eine fremde bewegliche Sache vorsätzlich weggenommen wird.  Wenn ein sich im Kaufhaus befindliches Kleidungsstück in der Absicht in die Tasche gesteckt wird, dieses nicht zu bezahlen, geht die Rechtsprechung hier von einer sog. „Gewahrsamsenklave“ aus, was bedeutet, es liegt ein Diebstahl vor. Aus diesem Grunde ist Vorsicht geboten, wenn noch nicht bezahlte Gegenstände in Jackentaschen oder Ähnliches gesteckt werden, wobei in der Regel eine Strafbarkeit mangels Vorsatz entfällt, sofern das Einstecken der Waren unabsichtlich passierte.

Droht eine Strafanzeige bei einem Diebstahl?

Bei einem Diebstahl droht in jedem Falle eine Anzeige, meistens durch das geschädigte Kaufhaus. Bei einem Diebstahl gilt der Strafrahmen des § 242 Strafgesetzbuch (StGB), wonach eine Geldstrafe oder sogar eine Freiheitsstrafe droht. Zumeist erteilen die Kaufhäuser den Beschuldigten auch ein Hausverbot. Innerhalb des Strafrahmens wird nach dem Grundsatz der Strafzumessung, welcher in § 46 Strafgesetzbuch (StGB) verankert ist eine Strafe festgelegt. Strafmildernd kann sich eine ausgesprochene Entschuldigung auswirken.

Diebstahl – Eintrag in das Führungszeugnis?

Ob es bei einem Diebstahl zu einem Eintrag in das Führungszeugnis kommt, hängt entscheidend davon ab, wie die endgültige Strafe ausfällt. In dem Führungszeugnis werden grundsätzlich vor allem Freiheitsstrafen von mehr als drei Monaten oder Geldstrafen von 91 oder mehr Tagessätzen aufgenommen. Geringere Strafen tauchen dagegen nicht auf. Wie wiederum das endgültige Strafmaß bei einem Ladendiebstahl ausfällt, hängt von dem Nachtatverhalten (Bedauert der Beschuldigte sein Verhalten und hat sich entschuldigt?), den Vorstrafen und den Umständen des Einzelfalls (Wert des Diebesguts) ab.

Kann das Verfahren wegen eines Diebstahls eingestellt werden?

Bei einem Diebstahl wird das Verfahren häufig wegen Geringfügigkeit nach § 153 Strafprozessordnung (StPO) eingestellt. Die Grenze der Geringfügigkeit wird nach der Rechtsprechung bei ca. 50 € gezogen. Die Möglichkeit der Einstellung des Verfahrens besteht in der Regel jedoch nur, wenn keine Vorstrafen vorliegen.

Fachanwalt  hinzuziehen

Für eine bestmögliche Verteidigung sollten Sie einen Spezialisten, nämlich einen Fachanwalt für Strafrecht, mit der anwaltlichen Vertretung beauftragen. Dieser wird Ihnen beratend zur Seite stehen und kann auf eine frühzeitige Einstellung des Verfahrens hinwirken.

 

Rechtsanwalt Gregor Samimi ist Fachanwalt für Verkehrsrecht, Fachanwalt für Verkehrsrecht und Fachanwalt für Strafrecht in 12203 Berlin (Steglitz-Zehlendorf), Hortensienstraße 29, Telefon 030-8860303. Kontaktieren Sie uns!

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