Open/Close Menu Strafrecht | Verkehrsrecht | Versicherungsrecht in Berlin
Polenböller auf der Fanmeile
4.000 EUR Schmerzensgeld für Polizeibeamtin nach Wurf eines Polenböllers auf der Berliner Fanmeile
100% v. 1 Stimme(n)

Schmerzensgeld für Polizeibeamtin: Das Berliner Amtsgericht Tiergarten hat einer Polizeibeamtin ein beachtliches Schmerzensgeld in Höhe von 4.000 Euro zugesprochen. Diese hatte sich als Nebenklägerin und Adhäsionsklägerin dem Strafverfahren gegen den Angreifer angeschlossen. Zudem hat das Gericht auf eine Freiheitsstrafe von 8 Monaten erkannt. Im Urteil heißt es: “Der Angeklagte und der gesondert Verfolgte hielten sich anlässlich der Übertragung des WM – Finales am 13. Juli 2014 auf der Fanmeile, Straße des 17. Juni in Berlin-Tiergarten auf. Gegen 23:50 Uhr fand der gesondert Verfolgte sogenannte „Polenböller“, d.h. Feuerwerkskörper ohne Prüfzeichen, die aufgrund ihrer polnische Aufschrift als solche auch ohne weiteres er kennbar waren. Der Angeklagte warf einen der Böller, den entweder er selbst oder der gesondert Verfolgte zuvor angezündet hatte, gezielt in Richtung von Polizeikräften. Er nahm dabei in Kauf, dass durch die Explosion möglicherweise Beamte erheblich verletzt werden könnten. Der Böller landete vor den Füßen des POK und detonierte mit einem über das Ausmaß handelsüblichen Feuerwerks hinausgehenden, besonders lauten Knall. Infolge der Detonation hörte der Zeuge POK auf dem linken Ohr nur noch gedämpft und vernahm darauf einen noch einige Stunden andauernden lauten Pfeifton. Die Zeugin PMin S. konnte auf dem rechten Ohr nur noch einen lauten Pfeifton vernehmen und litt unter starken Kopfschmerzen und Schwindelgefühl. Sie musste eine Kortisontherapie mit 4 bis 5 Infusionen über sich ergehen lassen, hörte noch 3 bis 4 Monate lang immer mal wieder einen Pfeifton und war bis Juni 2015 in physiotherapeutischer Behandlung. Zum Zeitpunkt der Hauptverhandlung war der Schaden soweit verheilt, dass sie nur noch 1 bis 2 Mal pro Monat für 1 bis 2 Minuten einen Pfeifton hört.”

Weiter heißt es in den Urteilsgründen: “Unter Abwägung der für und gegen den Angeklagten sprechenden Umstände sowie in Würdigung seiner Persönlichkeit hat das Gericht auf eine tat- und schuldangemessene Freiheitsstrafe von 8 Monaten erkannt. Die Vollstreckung der Freiheitsstrafe konnte zur Bewährung ausgesetzt werden.”

Ureil des AG Tiergarten: https://www.ra-samimi.de/wp-content/uploads/2016/04/Adhäsionsverfahren-Nebenklage-Schmerzensgeld-Polenboeller.pdf

 

Verwandte Beiträge:

Zertifizierung der Rechtsanwaltskanzlei nach DIN I... Der Zertifizierungsprozess nach DIN ISO 9001:2008 Der Zertifizierungsprozess hatte es in sich. Der Tag war lang. Von neun Uhr morgens bis abends um s...
Fahrradunfall: Zur Haftung bei der Kollision mit e... Jedes Jahr verunglücken viele Radfahrer im Straßenverkehr und erleiden teilweise schwerste Verletzungen. Nachdem der erste Schock überwunden ist, stel...
Illegale Straßenrennen Illegale Straßenrennen Illegale Straßenrennen sind auch in Berlin für die öffentliche Sicherheit im Straßenverkehr zunehmend zum Problem geworden. Zu...
Schwarzfahren in Berlin Verkehrsrecht: Fachanwalt für Verkehrsrecht uns Strafrecht in Berlin informiert. Schwarzfahren in Berlin - was droht? Wer öffentliche Verkehrsmittel...
Schreiben Sie einen Kommentar:

*

Your email address will not be published.

Wir beraten Sie gerne 030 - 8860303

Rufen Sie uns einfach an oder senden Sie uns eine Nachricht!

Ihr Name
Ihre E-Mail-Adresse
Rückrufnummer
Betreff
Ihre Nachricht
logo-footer

BESUCHEN SIE UNS AUF: